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Nachgefragt
11/08/2021

Großer Zeitdruck und Lohnverzug: So schlecht sind die Arbeitsbedingungen der Amazon-Zusteller

Amazon-Paketzusteller arbeiten in Österreich unter prekären Bedingungen. Wo die größten Probleme liegen, erklärt Bianca Schrittwieser von der AK Wien.

von Theresa Kopper

Eine WU-Studie zu den Arbeitsbedingungen von Amazon-Paketzustellern zeichnet ein schockierendes Bild. Deckt sich dieses mit den Erfahrungen aus der arbeitsrechtlichen Beratung?
Bianca Schrittwieser: Definitiv. Wir merken es immer wieder in der Praxis: Die Arbeitsbedingungen der Paketzusteller sind prekär. 

Was sind die konkreten Probleme?
Enormer Zeitdruck und die  Löhne, die häufig nicht rechtzeitig, nicht in richtiger Höhe oder gar nicht bezahlt werden. Zudem ist  Amazon in Österreich mit rund 130 Subunternehmen tätig. Mitarbeiter  wissen aufgrund zahlreicher Ummeldungen  teilweise nicht, wer ihr Arbeitgeber ist. Das  hat  System und macht es für Betroffene schwierig, ihre Rechte durchzusetzen. 

Was bräuchte es, um dem entgegenzuwirken?
Wir fordern eine Haftung des Erstauftraggebers für Löhne, damit die Verantwortung wieder zurück zum Profiteur des Systems kommt. Außerdem bräuchte es eine Verbesserung des Lohn- und Sozialdumpingbekämpfungsgesetzes, mehr Kontrollen und die damit einhergehende personelle Aufstockung bei Behörden.   

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