Manager sind im Schnitt 59 Tage pro Jahr unterwegs.

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Dienstreise
10/08/2016

Danke für Ihre Nachricht, ich bin auf Dienstreise

Berufliche Reisen stressen. Warum es sich trotzdem lohnt, für den Job unterwegs zu sein. Und: Tipps und Tools für die Reise.

von Magdalena Vachova

"Danke für Ihre Nachricht, ich bin auf Dienstreise" – der Text einer Abwesenheitsnotiz, wenn man beruflich unterwegs ist. Immer seltener liest man darin den Satz: "Ihre eMails werden nicht beantwortet, bitte wenden Sie sich an Max Muster."

Denn Sie werden wahrscheinlich bearbeitet. Wer auf Dienstreise ist, muss Aufgaben jonglieren können. Denn heute ist man nicht einfach nur fort, sondern bleibt zwischen Meetings, in der Mittagspause, nach Dienstschluss – also immer – für die Job-Agenden daheim erreichbar. Die Präsenz reißt auf Reisen nicht ab, auch nicht bei großer Zeitverschiebung. Die Arbeitswelt ist heute schnell, intensiv, die Arbeitslast insgesamt groß (siehe Info rechts).

Moderne Kommunikationssysteme wenden Reisen ab, könnte man meinen – man kann heute schließlich online an Projekten arbeiten, sich digital vernetzen, die Videotelefonie nutzen.

Kann man. Aber: Wo bleibt die zwischenmenschliche Chemie, wenn die Arbeit virtuell ist? Wo bleibt der gemeinsame Flow? Studien zeigen, dass persönlicher Kontakt im Geschäftsleben immer noch unverzichtbar ist. Dienstreisen zahlen sich also aus. Denn nur dort, wo sich Sympathie und Vertrauen entwickeln, können auch langfristige Geschäftsbeziehungen entstehen.

Rahmenbedingungen

Die Geschäftsreisen in Österreich sind rückläufig. 2015 waren um acht Prozent weniger Dienstreisende unterwegs, als in 2014. Das Wirtschaftsforum der Führungskräfte (WdF), das diese Zahlen in seiner „Geschäftsreisestudie 2016“ erhoben hat, sieht den internen Kostendruck in Unternehmen und das geringe Wirtschaftswachstum als Grund. Der Trend für 2016 zeigt eine geringe Steigerung der Reisen.
Dennoch sind heimische Führungskräfte noch oft unterwegs. Laut WdF im Schnitt 59 Tage im Jahr – das entspricht immerhin einem Viertel der normalen Jahresarbeitszeit. Etwa 30 Tage davon sind sie im Ausland. Wenn sie fortfahren, tun sie das zwei bis drei Tage lang. Häufigstes Transportmittel für internationale Dienstreisen ist das Flugzeug, bei Inlandsreisen das Auto. Abgefragt wurde auch das Thema Sharing Economy, also das Teilen von Verkehrsmitteln (Carsharing, Uber) oder Wohnungen (über airbnb etwa) auf Dienstreisen. Die Ergebnisse sind ernüchternd: Etwa Dreiviertel haben solche Dienste beruflich noch nie genutzt – man reist klassisch. Interessant: Arbeitgeber honorieren eine hohe Mobilität bei Managern mit einem höheren Einkommen.

Tools

Keimfrei Der „Nano-b Toothbrush“ aus Bambuskohle mit Goldpartikeln reinigt ohne Zahnpasta.

Unter 100 ml„Travalo“-Parfümsprays fürs Handgepäck im Flieger.

Hält wachDer „Stopsleep“-Ring misst den Puls und schlägt bei Müdigkeit beim Autofahren Alarm.
Im Griff Die „Knomad“für Pass, Handy, iPad, Stifte, Visitenkarten.

UnzerstörbarDer „Rimowa“-Koffer aus Alu mit Electronic Tag.

GemütlichDer „Ostrich Pillow“ – gut für Schläfchen bei Zugreisen.

Befinden

Beruflich unterwegs zu sein, strengt an. Wer oft fort ist, weiß: Die Dienstreise ist harte Arbeit. Vielleicht noch mehr Arbeit als der normale Job. Die Reise muss gedanklich und auch tatsächlich organisiert werden, alle Zahnräder müssen in dieser Zeit funktionieren. Neue Menschen, neue Orte, neue Aufgaben und das alles meist auf sich allein gestellt. Stressig bis sehr stressig ist eine Dienstreise – das sagen 46 Prozent der oft reisenden Führungskräfte, wie die Studie „Chefsache Business Travel 2016“ zeigt. Vor allem Junge und jene, die öfter als fünf Mal im Monat unterwegs sind, leiden unter dem Unterwegssein. Am meisten genervt sind sie von langen Fahrtzeiten, schlechten Unterkünften und ungünstigen Reiseverbindungen. Die Befragten bemängeln auch die schlechte Work-Life-Balance auf Dienstreisen und die ständige Erreichbarkeit. Besonders Frauen kämen, wenn sie beruflich unterwegs sind, schlecht zur Ruhe. Was tun?
Eine „Bleisure“-Reise (Business & Leisure) könnte helfen. Laut der CWT-Solutions-Group-Studie hängen sieben Prozent der Dienstreisenden einen privaten Aufenthalt – mittels Urlaubstagen – an den beruflichen an. Frauen machen das öfter als Männer, Junge öfter als Ältere.

Entlastungen

Dienstreisen kennzeichnen sich durch ein Phänomen: Rastlosigkeit. Es gibt die Anreise, Meetings, Essen, Kaffee, weitere Meetings, manchmal Rückflug, manchmal Abendessen. Ein Rückzugsort fürs Alleinsein zwischen zwei Meetings, einen privaten Anruf, das Beantworten von eMails? Meist nicht vorhanden.
Eine neue Plattform ändert das jetzt. Auf www.dayuse.at können Geschäftsreisende Hotelzimmer ausschließlich für die Tagesnutzung – etwa von 13 bis 17 Uhr oder von 9 bis 15 Uhr – buchen, um einen Bruchteil des Preises für eine ganz Nacht. Bis zu 75 Prozent kann man sparen, beteuert die Homepage. Die Plattform bietet ausgewählte Hotels in 16 Ländern, die Top-Reise-Städte sind New York, London, Paris, Berlin, Dubai und Madrid. Auch in Österreich und Wien sind einige Hotels dabei.
Dienstreisen kennzeichnen sich aber auch durch ein anderes Phänomen: Alleine an einem fremden Ort arbeiten. 47 Prozent der Befragten der Studie „Chefsache Business Travel 2016“ sind bei Zwischenfällen komplett auf sich alleine gestellt und wünschten sich deshalb Ansprechpartner im Unternehmen, Rückholpläne bei Erkrankung und Hilfe bei verloren gegangenen Papieren.

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