Wirtschaft | Karriere
26.05.2017

Burn-out: Wer gefährdet ist und warum

In unserer Arbeitswelt ist Burn-out ein großes Thema. Vor allem Menschen mit maximal Pflichtschulabschluss sind gefährdet. Überstunden spielen bei der Überbelastung eine große Rolle.

Ein Drittel aller unselbstständig Erwerbstätigen sieht sich als leicht Burn-out-gefährdet. Besonders anfällig sind Menschen mit maximal Pflichtschulabschluss. "Je niedriger die Qualifikation, desto höher die Gefährdung," sagt Sozialforscher Reinhard Raml. Erhöhter Zeitstress und Perspektivlosigkeit sind mitverantwortlich, warum gerade diese Gruppe sich als besonders Burn-out-gefährdet einschätzt.

Der diesjährige Arbeitsklima Index der AK OÖ verdeutlicht, dass Burn-out aber in vielen Bereichen ein großes Thema ist: Vier von zehn Beschäftigten machen sich Sorgen um ihre Arbeitskollegen. Fast ein Drittel der 2000 Befragten gibt an, im eigenen Betrieb jemanden zu kennen, der wegen Burn-out im Krankenstand war.

"Die hohe Anzahl an Überstunden ist mitverantwortlich ," sagt Sozialforscher Christoph Hofinger. 70 Prozent der Beschäftigten, die häufig Überstunden machen müssen, wünschen sich kürzere Arbeitszeiten. Besonders auffällig ist die Lage von Vätern. Bei Ehepaaren mit Kindern klagen acht Prozent der Frauen und 27 Prozent der Männer über zu viele Überstunden. Ehepaare ohne Kinder machen etwa gleich viele Überstunden.

Ein spannendes Phänomen: viele Beschäftigte merken gar nicht mehr, wie belastet sie von Zeitdruck und aufreibender Arbeit sind. Raml: "Die Belastung wird nicht mehr als außergewöhnlich wahrgenommen. Man erlaubt sich nicht mehr, sich belastet zu fühlen". Das sei laut Johann Kalliauer, Präsident der AK OÖ, aber keine Entwarnung für Unternehmen.