Tele-„Regisseur“ Markus Stelzmann (links hängend) und sein Team.

© tele/www.linse2.at

Wirtschaft Karriere
03/04/2016

Auf Augenhöhe

Ein Filmprojekt zeigt Unternehmen, die herkömmliche Strukturen aufgebrochen haben. Bei der Wiener Technikfirma Tele etwa bestimmen die Mitarbeiter.

Gibt es ihn – den "Spirit des 21. Jahrhunderts"? Welche Wege führen zu einer neuen Kultur der Zusammenarbeit, die menschlich und ökonomisch erfolgreich ist? Welche Unternehmen erfüllen diesen Spirit bereits mit Leben, versuchen, andere Wege zu gehen? Ein vierköpfiges Projektteam aus Deutschland hat sich filmisch dieser Frage gewidmet. Das Ergebnis heißt Augenhöhewege.

"Das Hauptthema unseres Films ist Unternehmenskultur. Es geht um Werte, Vertrauen, Offenheit, Lernkultur, Achtsamkeit", sagt Sven Franke, einer der Initiatoren des Projektes. "Geh los, es ist notwendig. Und es ist der einzige Weg, um erfolgreich zu sein", beschreibt der 48-jährige Gründer von Equity Change Management und Partizipationsexperte die Message des Projektes.

Der Film ist großteils durch Crowdfunding finanziert und richtet sich an alle Unternehmen, vom KMU bis zum internationalen Großkonzern. "Unser Projekt zeigt, dass es wenig Ausreden gibt, etwas nicht zu tun." Porträtiert werden wie im Vorgängerfilm Augenhöhe zehn Unternehmen, die andere Wege gehen. Es werden spannende Einblicke in neue Formen der Arbeit und Unternehmensorganisation geboten.

Der Chef führt Regie

Mit Tele ist dieses Mal auch ein Unternehmen aus Österreich mit dabei. An dem Steuergeräte-Hersteller mit Sitz in Inzersdorf hat Franke vor allem imponiert, dass hier nicht "im Unternehmen, sondern am Unternehmen" gearbeitet wird. Markus Stelzmann, der sich nicht als Geschäftsführer versteht, sondern "Regie führt", erklärt: "Wir haben eine offene und transparente Organisation, sind ein sehr flaches Unternehmen." Hierarchien, Manager und Abteilungen wurden abgeschafft. "Bei uns entscheiden sechs Gremien, was wir machen und was nicht: Innovation, Umwelt, Marketing/Vertrieb, Geschäftsplan, Organisation und Qualitätssicherung. Die Kompetenz liegt beim Mitarbeiter." Die einzelnen Gremien entwickeln Konzepte und Ideen, entscheiden vollkommen autonom. "Nach innen habe ich nichts mehr zu sagen. Ich habe ein Veto-Recht, kann Prozesse stoppen und ans Gremium zurückgeben, mehr nicht," sagt Stelzmann. Es gebe Leitplanken, innerhalb derer sich das Unternehmen bewegen kann. "Ich bin für gute Laune verantwortlich und achte darauf, dass die Regeln eingehalten werden."

Augenhöhewege hält Stelzmann für ein sehr wichtiges Filmprojekt. "Es muss publik werden, dass es auch anders geht. Letztlich geht es um ein menschliches Grundbedürfnis – sinnhafte Arbeit." Und man könne viel von anderen lernen. Der Film und der Ansatz von Tele soll Menschen ermutigen, Spaß bei der Arbeit zu haben. "Bei uns ist das ganz, ganz wichtig."

Für nicht-kommerzielle Zwecke ist der Film Augenhöhewege frei verfügbar. Eine Personen- oder Unternehmens-Lizenz gibt es unter bestellen@augenhoehe-works.de

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