Anker setzt auf neues Design

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Der Großbäcker expandiert in Ostösterreich und Osteuropa und verpasst sich zum 120-Jahr-Jubiläum ein neues Konzept.

Der Wiener Traditionsbäcker Anker verpasst sich zum 120-Jahr-Jubiläum ein neues Aussehen. "Das Sortiment wurde erweitert, das Logo verändert, optisch setzen wir auf Backstein und natürliche Materialien", erläuterte Peter Ostendorf, Eigentümer und Chef von Ankerbrot. Die Testfiliale am Schwedenplatz sei eine Mischung aus Bäckerei, Kaffeehaus und Convenience-Store. "Immer mehr Menschen essen außer Haus bzw. unterwegs. Kaum jemand frühstückt heute noch zu Hause, deshalb werden Kaffee und Snacks immer wichtiger", meint der Firmenchef.

In fünf Jahren soll der Großteil der Filialen auf das neue Konzept umgestellt sein, der Umbau kostet im Schnitt über 100.000 Euro pro Standort. Von der Umstellung erwartet sich Ostendorf mittelfristig einen zweistelligen Umsatzzuwachs.

Anker hält in Wien mit seinen 150 Filialen bei einem Marktanteil von 40 bis 50 Prozent. Die Sättigung sei erreicht, in Wien plant der Bäcker keine weiteren Standorte. In Ostösterreich sieht Ostendorf allerdings noch Potenzial für 30 bis 40 Niederlassungen. Nach verlustreichen Jahren ist Anker wieder auf Kurs und in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. "Wir schreiben keine Verluste, wir sind positiv", sagte Ostendorf-

Es geht ostwärts

Neue Anker-Filiale am Schwedenplatz: "Optisch setzen wir auf Backstein und natürliche Materialien"
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Außerhalb Österreichs ist Anker bisher lediglich mit einer Filiale in Bratislava vertreten. Der Standort wird von einem Franchisepartner betrieben. Zwei weitere Standorte seien in Verhandlung, bis Ende des Jahres könnte es vier oder fünf in der Slowakei geben - alle via Franchise, so Ostendorf. Auch eine Expansion nach Ungarn und Tschechien sei geplant. Im Prinzip sieht Ostendorf keine Grenzen für den Schritt ins Ausland: "Wer weiß, vielleicht gibt es auch einmal einen Anker in New York."

Streit um Pachtvertrag

Neue Anker-Filiale am Schwedenplatz: "Optisch setzen wir auf Backstein und natürliche Materialien"
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Überschattet werden die Pläne des Großbäckers von einem nach wie vor anhaltenden Rechtsstreit um den Produktionsstandort in Wien-Favoriten. Der Pachtvertrag lief Ende 2008 aus und wurde nie verlängert. Die ASC (Anker Snack & Coffee) Liegenschaftsverwaltungs GmbH, die seit einer 2005 getroffenen Vereinbarung der Banken-Gläubiger Eigentumsgesellschaft der Ankerbrot-Liegenschaften ist, hat bereits zwei Räumungsklagen gegen Anker eingebracht. Laut ASC-Chef Herbert Putz erging heuer im Juni ein positives Urteil in erster Instanz, Ankerbrot legte Berufung ein. Parallel dazu würden Gespräche laufen, ob Anker die Liegenschaft zurückkauft, sagte Putz. Ankerbrot-Chef Ostendorf schweigt sich zu dem Thema aus und meinte lediglich, er hoffe, dass die Angelegenheit bis Ende des Jahres vom Tisch ist.

Erstellt am 05.12.2011