Wirtschaftsstandort Österreich: 35 Zukunftsvisionen für 2035
Für 2035 sind schon viele Ziele gesteckt. Die EU schreibt vor, dass ab 2035 alle neuen Autos, die auf den Markt kommen, emissionsfrei sein sollen. Die Bundesregierung verfolgt bis dahin die Industriestrategie 2035, um Österreichs produzierenden Sektor wieder wettbewerbsfähiger zu machen. Und die Interessenvertretung Junge Wirtschaft hat eine unternehmerische Vision für 2035 erarbeitet. 35 Personen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft skizzieren, wie Österreich in weniger als zehn Jahren aufgestellt sein muss, damit junge Menschen gründen, Betriebe übernehmen und Unternehmen weiterentwickeln. Dazu ist das Buch „35 Blicke voraus“ entstanden, das vergangene Woche präsentiert wurde.
Die Junge Wirtschaft präsentierte 35 Visionen für eine bessere unternehmerische Zukunft.
Größte Baustelle: Mindset
In den 35 Visionen prominenter Persönlichkeiten – vom Bankmanager Andreas Treichl bis zur Infineon-CEO Sabine Herlitschka, geht es um harte Fakten wie den Zugang zu Kapital und darum, wie Technologien nicht im Labor enden. Doch am häufigsten geht es um das Mindset, an dem in den nächsten Jahren intensiv gearbeitet werden muss. Waterdrop-Gründer Henry Murray beschreibt etwa den Weg vom Hörsaal zum eigenen Unternehmen, der kürzer denn je sei. „Eine Idee lässt sich heute schneller als je zuvor zur Realität machen“ schreibt er. Kapital und Infrastruktur wären jedoch nicht die notwendigen Voraussetzungen, ist er überzeugt. Aber Neugier und die Bereitschaft, Dinge auszuprobieren.
Designerin Marina Hoermanseder sieht Kreativität als zentralen Innovationsmotor. „Echtes Unternehmertum beginnt nicht mit einem Businessplan, sondern mit einer inneren Haltung“ schreibt sie. Es brauche die Erlaubnis, groß zu denken, fordert sie. Aktuell würde man in Österreich jedoch in einer Kultur aufwachsen, die Sicherheit höher bewertet als Risiko.
Auch Unternehmerin Karin Teigl alias Constantly K thematisiert das richtige Mindset und ruft dazu auf, sich gegenseitig stärker zu ermutigen. „Im Jahr 2035 haben wir hoffentlich verstanden, wie wichtig Zusammenhalt ist.“ Gerade als Gründerin oder Gründer wäre man bei jeglicher Idee sofort mit Zweifeln von außen konfrontiert. „Wenn wir uns gegenseitig mehr unterstützen, aneinander glauben und uns pushen, dann kann viel mehr entstehen.“ Hinweis: Das Buch wurde im Rahmen eines Zukunftsprojekts veröffentlicht und wird nicht kommerziell vertrieben.
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