Sofa with pillows near the wall

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Möbelhandel
08/25/2015

Kampf um Kunden und Konditionen

Möbelhändler saugen die Umsätze anderer Branchen auf. Expandiert wird, obwohl der Umsatz stagniert.

von Simone Hoepke

Die großen Möbelhändler überschlagen sich förmlich mit Angeboten. Teppiche um minus 70 Prozent, 25 Prozent auf ganze Sortimente, und wer ein Handtuch kauft, bekommt das zweite gleich dazu geschenkt. Bei Christian Wimmer sorgt das nur für Kopfschütteln. "Solche Rabatte kann man nur geben, wenn man früher zu teuer war", sagt der Geschäftsführer der Einkaufsverbände Wohn Union und Garant, an die insgesamt 240 Fachhändler angeschlossen sind. "Niemand hat etwas zu verschenken. Was mit 1000 Euro angeschrieben und um 600 verkauft wird, wurde um 300 Euro eingekauft", rechnet er vor. Richtig nachvollziehen könne die Statt-Preise ohnehin niemand mehr. Sie seien oft fernab der Realität, kritisiert Wimmer die Rabattschlachten der Möbelriesen, bei denen seine Fachhändler nicht mitspielen können.

Preis halbiert

Die Lutz-Gruppe macht bis zu 80 Prozent ihres Umsatzes mit eigenen Marken, also Waren, die ausschließlich für die Gruppe produziert wurden. Als Hersteller kommt eine Reihe von Produzenten im In- und Ausland infrage – den Zuschlag bekommt, wer am günstigsten produziert. "In Polen und in Deutschland gibt es noch eine größere Möbelindustrie, immer mehr Anbieter kommen aus Rumänien und Bulgarien", beobachtet Thomas Saliger, Sprecher der Welser XXXLutz-Gruppe (XXXLutz, Mömax, Möbelix). Die Massenproduktion hat die Preisspirale nach unten gedreht. Saliger: "Im Vergleich zu vor 20 Jahren kosten Sitzgarnituren oder Küchenblöcke heute nur noch halb so viel."

Die XXXLutz-Gruppe hat in Österreich knapp 30 Prozent Marktanteil. Inklusive den sieben Auslandsmärkten setzte sie mit 220 Häusern zuletzt 3,3 Milliarden Euro um. Nummer zwei in Österreich ist kika/Leiner, gefolgt von Ikea (25 bzw. 15 Prozent). Kika/Leiner ist seit 2013 Teil der südafrikanischen Steinhoff-Gruppe, die nach Ikea der zweitgrößte Möbelhändler der Welt ist.

Die Zeit der Umsatzsprünge ist in Österreich vorerst vorbei, der Möbelmarkt stagniert. "Zusätzlichen Umsatz generieren Händler vor allem durch Zusatzgeschäfte – von Gartenmöbeln über Pflanzen bis hin zum Weihnachtsmarkt", sagt Wolfgang Richter vom Standortberater RegioPlan. Einrichtungshäuser saugen von anderen Branchen die Umsätze ab. "Sie haben respektable Spielwaren-, Elektro-, Lampen- oder auch Küchenzubehör-Abteilungen aufgebaut", so Richter.

Obwohl der Markt gesättigt ist, geht die Expansion weiter. Richter: "Ganz nach dem Motto, bevor mich die Konkurrenz kannibalisiert, mache ich es lieber selber." Lutz schaut sich derzeit vor allem in Deutschland nach Übernahmekandidaten um.

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