Junge Wirtschaft: Arbeitnehmer sollen Bruttolöhne erhalten

Junge Wirtschaft: Arbeitnehmer sollen Bruttolöhne erhalten
Neue JW-Vorsitzende Christiane Holzinger stellt mutige Forderungen an die Regierung.

Eine deutliche Vereinfachung der Lohnverrechnung sowie eine bessere steuerliche Absetzbarkeit des Arbeitsplatzes zu Hause wünschen sich die Branchenvertreter der heimischen Jungunternehmen. Auf der Agenda 2019 der Jungen Wirtschaft (JW) in der WKÖ steht auch die Bruttolohnauszahlung.

So sollen Arbeitnehmer ihr monatliches Gehalt künftig brutto erhalten. Sämtliche Lohnnebenkosten müssten dann direkt vom Arbeitnehmer an die Behörden abgeführt werden. Als weitere Vereinfachung sollen die Dienstgeberbeiträge nur an eine Stelle, z.B. dem Finanzministerium, überwiesen werden. Dieses könnte dann die Beträge an die Krankenkassen und Gemeinden weiterverteilen. Ferner sollten für Neueinstellungen von Personen über 50 Jahre die Lohnnebenkosten dauerhaft gesenkt werden.

Neue Vorsitzende

Neue Vorsitzende der JW ist seit Jahresbeginn die Klagenfurter Steuerberaterin Christiane Holzinger. Sie ist seit 2011 selbstständig und löste die Salzburgerin Amelie Groß an der Spitze der JW ab. Holzingers Motto für ihren Vorsitz lautet: "Mehr Mut, bitte". Dazu gehöre auch eine "Kultur der zweiten Chance". So sollen "redlich gescheiterte Unternehmen z.B. nicht mehr von Förderungen ausgeschlossen werden", wie es in der Agenda 2019 heißt.

KÖSt-Senkung

Im Zuge der geplanten Steuerreform fordert Holzinger eine KÖSt-Senkung von 25 auf „höchstens 19 Prozent“. Davon wären zwar nur 20 Prozent der Jungunternehmen betroffen, es würde aber die Attraktivität der GmbH steigern, so die Bundesgeschäftsführerin der Jungen Wirtschaft, Elisabeth Zehetner-Piewald. "Es ist als GmbH auch leichter, externe Financiers an Bord zu holen". Private Beteiligungen an Neugründungen oder KMU sollten bis zu einer Höhe von 100.000 Euro als Freibetrag über fünf Jahre absetzbar sein.

Weiteres Anliegen der JW ist die steuerliche Abzugsfähigkeit von Aufwendungen für ein Arbeitszimmer im Wohnungsverband. 1250 Euro sollten jährlich abgeschrieben werden können. „Gründer arbeiten heute von irgendwo in der Wohnung aus. Die jetzigen Regelungen sind veraltet und mit hohem Verwaltungsaufwand verbunden“, erläutert Holzinger.

Grundsätzlich sind die heimischen Jungunternehmen trotz aufziehender Konjunkturwolken besonders positiv gestimmt, geht aus einer Umfrage (n=1350) im Auftrag der JW hervor. 34 Prozent wollen heuer mehr investieren als im Vorjahr, 43 Prozent wollen auch zusätzlich Mitarbeiter einstellen. Die Junge Wirtschaft vertritt die Anliegen von 120.000 österreichischen Selbstständigen von 18 bis 40 Jahren. 

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