Nackte Haut und geschlechterdiskriminierende Werbung bringen Werbern oft Beschwerden ein.

© EPA/JEROME FAVRE

Beschwerden
10/03/2014

Junge sind bei Werbung eher prüde

Ethik-Kodex: Unter 30-Jährige sind besonders streng bei Bewertungen.

von Simone Hoepke

Unter 30-Jährige sind oft prüder als die Generation ihrer Eltern, zumindest wenn es um die Beurteilung von Werbung geht. Das zeigt eine Analyse des Werberates. Besonders kritisch sind demnach Frauen, insbesondere wenn es um geschlechterdiskriminierende Werbung geht. Und diese liegt gemeinsam mit zu viel nackter Haut ganz oben in der Liste der häufigsten Beschwerden, die beim Werberat eingehen. Die Palette reicht von Wirten, die auf der Homepage mit prallen Dirndl-Dekolletés werben, bis hin zu viel nackter Haut, die Lust auf ein neues Badezimmer machen soll. Bei der Online-Werbung des besagten Wirts entschieden übrigens zwei Drittel der jungen Werberäte auf "Stopp" der Werbung, während nur jeder dritte ältere Werberat das Aus der Werbung forderte.

Geschlechterdiskriminierung betrifft übrigens auch immer öfter Männer, sagt Michael Göls von der Fachgruppe Werbung Wien. Für Ärger sorgte unter anderem das Bild eines durchtrainierten männlichen Oberkörpers, nach dem Frauenhände greifen. "Die Damenhände, die von hinten nach dem Oberkörper greifen, lassen den Mann als ein Objekt wirken, der nur zur sexuellen Begierde dient", kommentierte ein junger Werberat.

Werber kaschieren Ethik-Verstöße gerne mit einer Prise Humor. "Das funktioniert ganz gut", meint Werberat-Sprecherin Kati Förster. Vieles würde dann nach dem Motto "aber zumindest lustig war es und es gab auch schon schlimmeres" durchgehen. Argumente, die übrigens auch eher von Älteren als von Jüngeren gebraucht werden.

Oft wird aber auch vermeintlich satirisches abgekanzelt. So gab es Beschwerden, weil im Fru-Fru-Werbespot eine Krankenschwester auf der Säuglingsstation die Namensschilder an den Kinderbetten austauscht. Der Werbespot sei "zu überdenken", entschied der Werberat. Selbst wenn es sich um eine satirische Überzeichnung handelt, sei der Spot "geeignet, Ängste zu wecken".

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