Wirtschaft
05.12.2011

Jobsuche: Wenn Herkunft ein Hindernis ist

Jugendliche mit Migrationshintergrund und die Tücken bei der Arbeitssuche. Eine Reportage.

Der erste Job im Handel hat es nicht gebracht. "Immer Stress mit der Chefin", war einer der Gründe, warum Gasaliev K. nun auf Arbeitssuche ist. Der Termin beim AMS für Jugendliche am Gumpendorfer Gürtel war wichtig, weil der 21-Jährige Aussicht auf einen Job im Lager eines großen Möbelhauses hat. Voraussetzung dafür ist allerdings ein Staplerschein.

Gasaliev kommt aus einer Flüchtlingsfamilie. Seine Eltern sind wegen des Krieges mit Russland vor sechs Jahren aus Tschetschenien geflohen. Deutsch hat er mittlerweile gelernt. Es gibt aber noch Defizite. "Mit der Rechtschreibung habe ich allerdings Probleme", weiß Gasaliev um die Schwächen. Seine Strategie, um trotz des Migrationshintergrundes weiter zu kommen, ist einfach: "Du musst höflich sein. Man sollte vor allen Menschen Respekt haben."

Dass die Herkunft ein Hindernis sein kann, hat Oktay A. selbst erlebt. Beim Vorstellungsgespräch mache es sehr wohl einen Unterschied, ob man Eltern mit ausländischer Herkunft hat, oder nicht. "Ich habe mich daran gewöhnt." Oktays Eltern kommen aus der Türkei. Seit drei Jahren ist der 18-Jährige beim AMS angemeldet. Jetzt schaut es gut aus. Er hat die Chance, einen Lehrabschluss nachzuholen. Hauptschule und Polytechnikum hat er in Österreich abgeschlossen. Daher spricht er gut Deutsch.

Die 17-Jährige Leonora E. ist zwar in Österreich geboren, hat aber keine österreichische Staatsbürgerschaft. "Das macht die Arbeitsuche schwieriger."
Seit zwei Jahren ist sie ohne Job. Trotz passabler Deutschkenntnisse ist sie nicht sehr optimistisch, am heimischen Arbeitsmarkt unterzukommen. Sie denkt daher
über eine Alternative nach: "Es gibt die Möglichkeit, nach Deutschland auszuwandern."

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