Wirtschaft
15.03.2012

Italiens Schulden auf neuem Rekordhoch

Im Jänner ist der Schuldenberg auf 1935,8 Milliarden geklettert. Derweil versorgt sich Spanien mit günstigerem Geld.

Italien hat mit seinen Staatsschulden einen neuen Rekordstand erreicht.

Im Jänner 2012 kletterte die Verschuldung auf 1935,8 Milliarden Euro, teilte die italienische Notenbank in einem neu veröffentlichten Dossier am Donnerstag mit. Das sind 37,9 Mrd. Euro mehr als im Vormonat. Das Jahr 2011 war in Italien mit einer öffentlichen Staatsschuld von 1897,946 Mrd. Euro zu Ende gegangen. Den bis dahin höchsten Wert hatte Italiens Staatsschuld im Juli 2011 mit 1911,81 Mrd. Euro erreicht.

Auch die wegen der schwierigen Wirtschaftslage sinkenden Steuereinnahmen wirkten sich negativ auf die Verschuldung in Italien aus. Im Jänner sanken die Steuereinnahmen um 0,5 Prozent auf 30,502 Mrd. Euro, teilte die Notenbank mit. Zur Eindämmung der Rekordverschuldung hatte die italienische Regierung in den vergangenen Monaten drei milliardenschwere Sparpläne verabschiedet. Damit hofft das Kabinett von Premier Mario Monti bis Ende 2013 eine ausgeglichene Bilanz vorzulegen.

Günstigeres Geld für Spanien

Spanien hat sich bei Investoren Geld zu günstigeren Zinsen als zuletzt geliehen. Die Auktion von Anleihen mit Laufzeiten bis 2015 und 2016 spülten am Donnerstag fast 2 Mrd. Euro in die Kassen. Die Renditen lagen mit 2,440 und 3,374 Prozent unter den zuletzt am Kapitalmarkt geforderten Sätzen. Das Land begab zudem Anleihen mit einer Laufzeit bis 2018 im Volumen von einer weiteren Milliarde Euro.

Spanien hatte zuletzt in Brüssel ein höhere Defizitziel für dieses Jahr durchgesetzt. Die EU-Finanzminister erlaubten der Regierung in Madrid für 2012 ein Haushaltsloch von 5,3 Prozent. Im Gegenzug muss Spanien seinen Sparkurs noch verschärfen. Bisher war mit den europäischen Partnern ein Ziel von 4,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts verabredet. Die Regierung räumte aber vor kurzem ein, dass sie das nicht schaffen wird.

Bereits am Mittwoch hatte sich Italien am Geldmarkt 6 Mrd. Euro geliehen und dabei die niedrigsten Renditen für dreijährige Papiere seit Oktober 2010 geboten.