Wirtschaft
11.04.2018

Investmentfonds drängen in die Altersvorsorge

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Steuerliche Anreize für privates Ansparen für die Pension gefordert, Kapitalgarantie wird nicht mehr benötigt.

Die heimische Investmentfonds-Branche setzt große Hoffnungen auf Finanzminister Hartwig Löger. Er habe ein „offeneres Ohr“ für die Anliegen der Fonds als seine Vorgänger, meint Heinz Bednar, Präsident der Vereinigung Österreichischer Investmentfondsgesellschaften (VÖIG).

Die Branche hat einen klaren Wunsch: Sie will steuerliche Anreize für Finanzprodukte, die als Altersvorsorge gelten. Damit sollte die Zukunftsvorsorge, die wegen der Kapitalgarantie und des eingeschränkten Investment-Horizonts nicht mehr verkauft wird, abgelöst werden.

Grundsätzlich sollte sich das neue „Pensionsdepot“ an das Schweizer Modell anlehnen. Dort wird die private Pensionsvorsorge vom Staat gefördert und hat eine große Verbreitung erreicht. Eine Kapitalgarantie sei nicht nötig, ist Bednar überzeugt. Denn für eine Altersvorsorge werde über viele Jahre angespart, die Ertragschancen seien ohne Garantie, die meist teuer sei, viel besser. Den Inhalt des Pensionsdepots könne der Kunde je nach Risikoneigung wählen. Breite Diversifikation über die Investmentfonds sei jedenfalls eine gute Strategie, um das Risiko zu senken, ist Bednar überzeugt.

Bei den Österreichern sieht er allerdings noch großen Nachholbedarf, was das Wissen über Investmentfonds betrifft. Laut einer Umfrage von März dieses Jahres hat nur jeder fünfte Österreicher Geld in Investmentfonds angelegt. Sieben von zehn Österreichern haben demnach ein Sparbuch, 54 Prozent einen Bausparvertrag. 69 Prozent der Befragten hätten mangelndes Wissen über das Wesen der Investmentfonds angegeben.

Bank-Filialen beliebt

Um sich Infos über Investmentfonds zu holen, gehen der Umfrage zufolge 50 Prozent der Österreicher in eine Bankfiliale – übrigens: mehr Frauen als Männer. Im Internet suchen 34 Prozent nach Informationen – hier mehr Männer als Frauen.

Insgesamt ist die Fondsbranche mit der Entwicklung höchst zufrieden: 2017 erreichte das Volumen mit 175,4 Milliarden Euro einen neuen Höchststand. 3,6 Milliarden Euro flossen netto (nach Abzug der Abflüsse) in die Fonds. Der Großteil (42 Prozent) liegt in gemischten Fonds. Irmgard Kischko