Izdebski: "Haben Fehler gemacht"

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IT-Händler
03/25/2014

Insolvenzverfahren über DiTech eröffnet

92 der 254 Mitarbeiter verlieren ihren Job, zehn Filialen werden geschlossen.

Das Insolvenzverfahren über den Computerhändler DiTech ist am Dienstag offiziell eröffnet worden. Laut Gläubigerschutzverband Creditreform sollen 92 der 254 Mitarbeiter abgebaut werden - mehr als ursprünglich angekündigt. Dadurch erwartet sich die Firma eine Kostensenkung von rund 6,5 Millionen Euro pro Jahr.

Die Filialen in Wien Gablenzgasse, Amstetten, Horn, Pasching, Salzburg Stadt, Kufstein, Dornbirn, Kapfenberg, Liezen und Villach sollen geschlossen werden. Zum Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Günther Hödl bestellt. Er war zuletzt für die Insolvenzen des Wiener Damenmodenhändler Johann Strauss (mehr dazu), des Teppichhandelshauses Adil Besim (mehr dazu) sowie der Modekette Don Gil (mehr dazu) verantwortlich.

Gläubiger können ihre Forderungen bis zum 29. 4. 2014 anmelden, gaben übereinstimmend auch KSV1870 sowie AKV bekannt. Die Abstimmung über den Sanierungsplan findet am 13. 5. 2014 statt. Angeboten wird eine Quote von 20 Prozent. "Die Hauptlieferanten haben ein Interesse am Weiterbestand von DiTech bekundet und bereits die weitere Belieferung zugesagt", so Creditreform-Chef Gerhard Weinhofer.

Computerhändler DiTech meldet Sanierung an

Am Montag ging das DiTech-Management den seit einer Woche erwarteten Schritt: Der Wiener Computerhändler meldete am Handelsgericht Wien ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung an. Das Unternehmen beschäftigt derzeit 255 Mitarbeitern und hat österreichweit 22 Filialen.

Die Passiva des Unternehmens belaufen sich auf 30 Millionen Euro, davon entfallen 14 Millionen auf Bankverbindlichkeiten, neun Millionen auf Schulden bei den Lieferanten. Betroffen sind 1250 Gläubiger. „Ihnen wird eine Quote von 20 Prozent angeboten, zahlbar binnen zwei Jahren“, erklärt Roman Tahbaz vom Kreditschutzverband KSV 1870. Dem stehen laut dem KSV 1870 Aktiva in der Höhe von 16 Millionen Euro gegenüber, die aufgrund von Belastungen und Pfandrechten aber nicht zur Gänze frei verfügbar sind.

„Bekanntlich kann die Finanzierung des angestrebten Sanierungsplans nur mit Hilfe einer Investorengruppe durchgeführt werden“, macht der KSV klar. Laut DiTech-Sprecher Mario Gündl wird auf Hochtouren mit einer österreichischen Investorengruppe verhandelt. Namen nennt er keine, eine Entscheidung soll nächste Woche fallen. Die Entscheidung, dass zehn Standorte geschlossen werden, ist dagegen schon gefallen.

Betroffen sind voraussichtlich die Niederlassungen in der Wiener Lugner City, Amstetten, Horn, Linz, Salzburg, Kufstein, Dornbirn, Kapfenberg, Lienz und Villach. Wie viele Mitarbeiter ihren Job verlieren, ist noch offen. Zuletzt war von 60 bis 80 Stellen die Rede.

Rasantes Wachstum

Izdebski setzte in den vergangenen fünf Jahren auf eine rasante Expansion. Auch um eine gewisse Marktgröße und damit attraktivere Einkaufspreise zu erreichen, argumentierte er. Binnen fünf Jahren wurden ein knappes Dutzend zusätzlicher Standorte eröffnet, mit der Buchhandelskette Thalia wurde ein Shop-in-Shop-Konzept gestartet. Zwischen 2008 und 2012 verdoppelte sich der Umsatz auf 120 Millionen Euro. Auf der Verdienstseite sah es aber nicht so rosig aus. Die Expansion kostete viel Geld, das im Liquiditätspolster fehlte. Gleichzeitig sanken die Margen des Händlers, der ursprünglich mit Computern und Laptops gut verdiente. Diese Geräte werden aber nicht mehr so oft gekauft, stattdessen greifen Konsumenten zu Smartphones und Tablets, an denen Händler weniger gut verdienen.

Im Oktober des Vorjahres wurden die ersten Kreditversicherer nervös und kündigten den Versicherungsschutz. Izdebski konnte im Herbst noch einmal eine Finanzierung von den Banken aufstellen. Die Kreditschützer gaben einen positiven Ausblick. Keine guten Aussichten haben all jene, die noch DiTech- Gutscheine haben. Diese werden derzeit nicht eingelöst. Aus juristischen Gründen, weil es sich dabei um eine Gläubigerübervorteilung handeln würde.

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