© Caroline Kaltenreiner

Wirtschaft Immobiz
06/27/2012

Wer zahlt den Tausch der Postkästen?

Experten beantworten Ihre Fragen am KURIER-Wohntelefon. Diesmal gibt Karin Sammer vom Österreichischer Verband der Immobilientreuhänder (ÖVI) Auskunft zu Rechtsfragen.

In unserer Eigentumswohnanlage werden gerade die Postfächer von der Post getauscht. Im Informationsschreiben der Post hieß es immer, dass der Austausch der alten Brieffachanlagen gratis erfolge. Die Hausverwaltung hat nun aber angekündigt, den Eigentümern einen Verwaltungsaufwand dafür in Rechnung zu stellen. Warum das, wenn der Austausch nichts kostet?

Diese Werbung der Post ist tatsächlich irreführend, denn das kostenfreie Austauschkonzept der PS Postservicegesellschaft sieht lediglich eine standardisierte Demontage der alten Brieffachanlagen und die Montage der neuen Brieffachanlage vor. Hinter den Kulissen verursacht die Administration des Postkastentausches, die letztlich oft bis zur Schlüsselverteilung reicht, für die Gebäudeverwaltungen einen beachtlichen Verwaltungsmehraufwand, der auch abzugelten ist.

Ich habe meine Wohnung vermietet. Der Mieter hat angerufen und – mit Einhaltung der dreimonatigen Frist – gekündigt. Er sagte, dass er noch einen eingeschrieben Brief schickt. Welches Datum gilt dann: Der Anruf oder die Ankunft des Briefes?

Mietverträge können seitens des Mieters entweder gerichtlich oder schriftlich gekündigt werden. Eine mündlich ausgesprochene Kündigung entfaltet überhaupt keine Wirksamkeit. Geht dem Vermieter eine schriftliche Kündigung des Mieters erst nach Beginn der für den darin genannten Kündigungstermin einzuhaltenden Kündigungsfrist zu, so ist sie für den ersten späteren Kündigungstermin wirksam, für den die Frist zu diesem Zeitpunkt noch offen war. Es steht Ihnen aber auch frei, mit dem Mieter einvernehmlich einen Kündigungstermin festzulegen.

Meine Mutter ist verstorben und ich habe ihre Wohnung geerbt. Leider muss ich die Wohnung verkaufen. Was passiert mit den laufenden Kosten, bis sie verkauft ist? Muss ich die zahlen?

Als eingetretener Erbe und nunmehriger Eigentümer der Wohnung haben Sie nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten und müssen natürlich für die laufenden Kosten wie etwa für die Vorschreibungen der Betriebskosten und der Rücklage aufkommen.

Ich bin seit 30 Jahren Mieterin einer Altbauwohnung. Unlängst wurde bei mir eingebrochen und die Wohnungstüre dermaßen beschädigt, dass ich sie nicht mehr zusperren kann. Wer muss für die Reparatur aufkommen?

Für die Reparatur der Wohnungseingangstüre können Sie sich an Ihren Vermieter wenden, da die Außentür eines Mietobjekts wie auch die Außenfenster zu den allgemeinen Teilen des Hauses gehören und daher in die Erhaltungspflicht des Vermieters fallen. Schadhafte Außentüren sind daher in ihrer ursprünglichen Form und Ausstattung wiederherzustellen, wozu auch die sichere Verschließbarkeit einer Eingangstür gehört.

Ich habe das Haus meiner Eltern, das sie vor Jahrzehnten erworben haben, geerbt. Ich selbst habe nie dort gewohnt und will es nun verkaufen. Der Makler hat mir gesagt, dass ich im Falle des Verkaufes eine Immobilienertragsteuer zu leisten habe. Stimmt das?

Ja, mit dem Stabilitätsgesetz wurde die Immobilienertragsteuer eingeführt. Die Berechnung der Steuer unterscheidet grundsätzlich nach "Alt- und Neuvermögen". Für private Immobilien, die vor dem 1. 4. 2002 angeschafft wurden und ab April 2012 verkauft werden, berechnet sich die Steuer pauschal nach dem Verkaufserlös. In Ihrem Fall beträgt die Steuer für sogenanntes "Altvermögen" 3,5% vom Verkaufspreis. Bei Vererbung, Tausch oder Schenkung wird auf den letzten entgeltlichen Erwerb abgestellt. Weiterhin steuerfrei bleibt der Verkauf von Eigenheimen und Eigentumswohnungen, wenn dieser dem Verkäufer ab Anschaffung bis zum Verkauf mindestens zwei Jahre durchgehend als Hauptwohnsitz gedient hat oder wenn dieser innerhalb der letzten zehn Jahre vor dem Verkauf mindestens fünf Jahre durchgehend als Hauptwohnsitz gedient hat.

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