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Wirtschaft Immobiz
10/02/2019

Wein für den Hausgarten

Trauben sind ein Superfood und lassen sich zu Saft oder Wein weiterverarbeiten. So wird der Weinstock gepflanzt und erzogen.

von Barbara Nothegger

Weintrauben zählen zu meinem Super-Powerfood – gerade während der Weinlese ideal, um fit zu bleiben,“ schwärmt Toni Schmid in seinem Buch „Bio-Wein im eigenen Garten“ (Löwenzahn-Verlag). Tatsächlich besitzen die kleinen Früchte eine Reihe an Vitaminen und Spurenelementen. Und: sie schmecken gut und lassen sich ganz einfach zu Saft und Wein – was allerdings etwas aufwendiger ist – weiterverarbeiten. Warum also nicht eine oder mehrere Weinreben anlegen?

Viele Sorten

Die Möglichkeiten bei der Weinkultivierung sind vielfältig: Es gibt viele verschiedene Pflanzensorten. Generell werden Kelter- und Tafeltrauben unterschieden, wobei viele Sorten auch beides können: gut schmecken und sich gut pressen lassen. Außerdem gibt es ganz unterschiedliche Formen des Wuchses – von einem Spalier, wie sie in klassischen Weingärten vorkommen, bis hin zu schattenspendenden Lauben. Die Weinrebe ist von Natur aus ein rankendes Gewächs – daher benötigt sie ein Klettergerüst, eine Rankhilfe, ein Spalier oder ein Drahtrahmengerüst (im Erwerbsanbau).

Als Spalier erziehen

Vor jeder Pflanzung sollte man sich daher im Klaren sein, wie die Weinrebe „erzogen“ wird. Die Formgebung ist ausschlaggebend für eine gute und gleichmäßige Verteilung der Triebe, eine günstige Besonnung der Trauben und eine gute Durchlüftung (gegen Krankheiten). Eine sehr gängige „Erziehungsart“ – wie es in der Fachsprache heißt – ist ein Spalier. Dabei werden senkrechte Pfählen mit einem waagrecht angeordneten Kordondraht und mehreren darüber liegenden Heftdrahtpaaren kombiniert. Es werden drei bis vier Drahtpaare im Abstand von 30 bis 40 Zentimetern und zuunterst ein Kordondraht gespannt.

So wird es gemacht

Am Beginn und am Ende einer Rebzeile wird ein stärkerer Pfahl schräg in den Boden gesetzt und gut verankert. Der Abstand der Pfähle beträgt fünf bis sechs Meter. Weinreben lassen sich aber auch an der Wand mit einem Gerüst, als einzelner Stock oder in Form einer Pergola erziehen. Auch als Teil des Hausgartens funktionieren Weinreben – etwa eine oder mehrere Spaliere – bestens: Der Platz unter den Weinstöcken kann mit niedrigen Pflanzen wie Salat, Radieschen, Paprika oder Kräutern bepflanzt werden. Der Bereich zwischen den Weingartenzeilen kann für höheres Gemüse wie Tomaten, Mangold oder Kürbis genutzt werden.

Pflege: Schneiden

Etwas aufwendiger ist die Pflege der Stöcke: Die Weinreben müssen geschnitten werden, um eine gute Beerenentwicklung zu begünstigen. Der Rebschnitt unterteilt sich in den Erziehungsschnitt (zum Aufbau des Weinstocks) und den Ertrags- oder Erhaltungsschnitt (jährlicher Winterschnitt) und wird ab Februar durchgeführt. Doch gute Pflege zahlt sich aus: Ein Weinstock kann leicht über 50 Jahre alt werden.

Buchtipp

„Bio-Wein im eigenen Garten. Wie Anbau, Pflege und Ernte auf kleiner Fläche gelingen“ von Sonja  und Toni Schmid ist im Löwenzahn-Verlag   erschienen,
€ 24,90.