Eine Handlauf verringert das Unfallrisiko

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Wirtschaft | Immobiz
02/12/2015

Trittsicher und rutschfest

Vom Handlauf bis zur Gummileiste: Treppensteigen ohne Unfälle

Knapp 39.000-mal ist im Jahr 2013 jemand auf einer Treppe oder einer einzelnen Stufe so schwer gestürzt, dass er ins Krankenhaus musste – so eine Erhebung des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV). Die häufigste Diagnose: Knochenbrüche (60 %), Muskel- und Sehnenverletzungen sowie Prellungen.

Geländer und große Stufen

Viele dieser Unfälle könnte man vermeiden, würde man die Sicherheit der Stiegen bereits bei der Planung bedenken. Aus Platzgründen gibt es im privaten Wohnbau oft Wendeltreppen, sicherer ist jedoch eine gerade Konstruktion. Wichtig ist außerdem ein stabiler Handlauf – am besten auf beiden Seiten. "Das Geländer sollte sogar 30 Zentimeter über die letzte Stufe hinausgehen, damit man sich wirklich bis zum Ende festhalten kann", sagt Alexandra Kühnelt-Leddihn, Expertin für die Prävention von Heim-, Freizeit- und Sportunfällen beim KfV. "Die einzelnen Stufen sollten nacheinander angeordnet und nicht überhängend sein. Beim Hinaufgehen ist eine Überlappung kein Problem, aber beim Hinuntergehen ist sonst die Stufe zu kurz. Grundsätzlich sollte die Flächentiefe größer als 30 Zentimeter sein, damit man genug Platz für den Fuß hat. Die Stufenhöhe sollte nicht mehr als 16 Zentimeter betragen."

Wer Kinder hat, sollte außerdem darauf achten, dass ein sicheres Geländer vorhanden ist. Gibt es vertikale Streben, sollte der Abstand höchstens zehn Zentimeter betragen, damit die Kleinen nicht mit dem Kopf stecken bleiben.

Hilfe bei glatten Stiegen

Die Rutschgefahr auf glatten Flächen kann man auch nachträglich minimieren. Am einfachsten gelingt das mit selbst klebenden Teppich-Matten oder mit Anti-Rutsch-Streifen. Der Nachteil: Die Kleberückstände sind schwer wieder zu entfernen. "Die Bänder gibt es auf Rollen zum selbst Zuschneiden. Sie sind zwischen zwei und vier Zentimeter breit und werden mit etwa zwei Zentimeter Abstand zur Vorderkante aufgeklebt. Pro Stufe sollte man mit 20 bis 25 Euro rechnen", sagt Georg Mayrhofer, Bundesinnungsmeister der Bodenleger. Da die Oberfläche rau wie Schmirgelpapier ist, ist es ratsam, über Socken oder Strümpfen Hausschuhe zu tragen.

Für etwa 120 bis 130 Euro pro Stufe kann man eine Rille ins Holz einfräsen und eine dünne Leiste aus Gummi einsetzen oder einen Aluwinkel mit Anti-Rutschleiste montieren lassen", erklärt Mayrhofer: "Eine andere Möglichkeit ist eine rutschhemmende Acrylbeschichtung. Die ist aber nicht für jede Oberfläche geeignet. Auf Laminat und versiegeltem Parkett sollte es funktionieren, auf geöltem Parkett wird sie nicht halten. Pro Stufe kostet der fast unsichtbare Überzug etwa 70 bis 100 Euro." Wo die Beschichtung hält, ist sie die unauffälligere und damit auch elegantere Alternative.