Suche nach der passenden Studentenbude

Studentenheim, WG oder Apartment? Ein Überblick über neue Wohnheim-Projekte für angehende Akademiker. Plus: Alle Weblinks auf einen Blick.

Immer mehr Studenten wohnen in einer eigenen Wohnung: Waren es im Jahr 2006 nur rund 19 Prozent, so lebten 2009 bereits 21 Prozent in einem eigenen Haushalt. 23 Prozent der Studierenden logierten 2006 noch bei den Eltern, jetzt genießen nur noch 19 Prozent das Hotel Mama, so die Ergebnisse der aktuellen Studierenden-Sozialerhebung des Wissenschaftsministeriums. 22 Prozent haben sich für eine Wohngemeinschaft entschieden und lediglich zehn Prozent wohnen im Studentenheim. Trotzdem ist es sehr schwierig, hier einen Platz zu ergattern.

Studentenheim

Die billigste aller Unterkünfte für Studenten ist das Wohnheim - man muss sich jedoch rechtzeitig um einen Platz kümmern.
© Bild: KURIER/ Gruber

Die meisten Studentenheime sind bereits ausgebucht. Natürlich gibt es Absagen, wenn jemand eine Aufnahmeprüfung nicht schafft oder ins Ausland geht. Grundsätzlich sollte man sich jedoch zwischen sechs und zwölf Monate vor Semesterbeginn um einen Platz kümmern. Wer jetzt noch kein Zimmer hat, kann entweder noch ein Jahr den Service im Hotel Mama genießen oder über ein Zimmer in einer WG oder eine eigene Wohnung nachdenken.

Bei der Suche nach einem Heimplatz sollte man nicht nur auf die Nähe zur Uni achten. Denn es gibt große Unterschiede in Ausstattung und Qualität. Während die älteren Heime teilweise recht schlicht gestaltet sind, punkten neue Projekte sogar mit eigenen Wellness- und Fitnessbereichen, Cafeteria und Musikräumen. Auch das Studentenheim auf dem Campus Donaufeld wird all diese Annehmlichkeiten bieten und überrascht außerdem mit einem ungewöhnlichen Motto: Wohnen mit Tieren. Denn während in anderen Häusern Hunde und Katzen verboten sind, soll es hier sogar Bademöglichkeiten für Vierbeiner und eigene Aufenthaltsbereiche geben. Das Haus mit über 300 Einzelzimmern gegenüber der Veterinärmedizinischen Universität wird von der Gemeinnützigen Studentenwohnbau AG (STUWO) errichtet. Die Eröffnung ist für das Wintersemester 2011 geplant, Interessenten können sich schon jetzt unverbindlich anmelden. Die Kosten stehen noch nicht genau fest, Studenten müssen aber mit mehr als 300 Euro pro Monat für das Einzelzimmer rechnen.

Auch in anderen Bezirken entstehen neue Wohnmöglichkeiten: Das bisherige Studentenheim Döbling wird von der Wien Holding zur "base19" umgebaut und erweitert. Bis zum Jahr 2012 soll die "base11" beim Gasometer fertig sein, bis 2013 die "base22" in Stadlau.

Wohngemeinschaft

Die billigste aller Unterkünfte für Studenten ist das Wohnheim - man muss sich jedoch rechtzeitig um einen Platz kümmern.
© Bild: KURIER/ Gruber

Wer lieber in einer Wohnung, aber doch nicht allein lebt, ist in einer WG gut aufgehoben. Plätze werden zum Beispiel von Home4Students vermittelt. Oder man schaut direkt an der Uni vorbei und wirft einen Blick aufs Schwarze Brett - zum Beispiel im Gang des Audimax in der Universität Wien.

Wer in eine WG einzieht oder eine gründen möchte, muss allerdings ein paar rechtliche Dinge beachten: Schließen mehrere Personen gemeinsam als Hauptmieter mit dem Vermieter einen Vertrag ab, können sie auch nur gemeinsam über das rechtliche Schicksal des Mietvertrages entscheiden. Alle Hauptmieter gehen eine Solidarhaftung ein, das bedeutet: Es haften alle gemeinsam für die Zahlung des Mietzinses, und es können nur alle gemeinsam den Mietvertrag kündigen. Genau das kann aber problematisch werden, wenn einer früher ausziehen und ein neuer Mitbewohner einziehen will.

Eine andere Variante wäre daher, dass einer allein als Hauptmieter aufscheint und mit den anderen Bewohnern Untermietverträge abschließt. Der Hauptmieter muss sich aber im Klaren sein, dass er nach außen hin für die Zahlung des Mietzinses haftet, also auch dann die gesamte Miete überweisen muss, wenn ein Zimmer leer steht oder ein Mitbewohner pleite ist.

Apartment auf Zeit

Wer nur ein paar Monate überbrücken muss, bis er eine passende Bleibe gefunden hat, kann auch in ein sogenanntes Boarding House ziehen. Theoretisch zumindest. Denn Geld darf in diesem Fall keine Rolle spielen. Die luxuriösen und fertig eingerichteten Apartments kosten im Durchschnitt zwischen 1500 und 3000 Euro pro Monat - Handtücher, Bettwäsche, Geschirr und wöchentliche Reinigung inklusive.

Wohnung

Die billigste aller Unterkünfte für Studenten ist das Wohnheim - man muss sich jedoch rechtzeitig um einen Platz kümmern.
© Bild: KURIER/ Gruber

Vor allem in Wien und Salzburg wird das Wohnen immer teurer. Wenn man jedoch bedenkt, dass ein Einzelzimmer in einigen Studentenheimen mehr als 300 Euro kostet, kann man auch eine eigene Wohnung in Erwägung ziehen. Kleine Objekte in weniger guten Lagen sind durchaus für 400 bis 500 Euro pro Monat zu haben. Mehr als 35 bis 45 Quadratmeter kann man dafür aber nicht erwarten. Und es wird wohl auch nicht die Top-Lage neben der Uni sein.

Nicht übersehen darf man die Extra-Kosten zu Beginn: Mieter müssen meistens die Vergebührung des Vertrages übernehmen und, wenn ein Makler am Werk war, auch Provision zahlen. Außerdem verlangen die meisten Vermieter eine Kaution. Die bekommt man aber wieder zurück, wenn man auszieht - zumindest, wenn mit der Wohnung alles in Ordnung ist. Wer eine Wohnung mietet, sollte außerdem bedenken, dass er erst nach 15 Monaten wieder ausziehen kann. Mieter können nämlich erst nach einem Jahr unter Einhaltung einer dreimonatigen Kündigungsfrist den Vertrag kündigen. Wenn der Vermieter zustimmt, kann man natürlich auch schon früher ausziehen.

In Wien gibt es eine Alternative zum freien Wohnungsmarkt: Hier vermietet das Studentenwohnungsservice (Tochterfirma von Home4Students) möblierte Wohnungen ablöse- und provisionsfrei an Studenten. Wer ein solches Objekt ergattern will, muss an einer Wiener Uni studieren und sich bewerben. Einige wenige Wohnungen sind noch frei, allerdings werden die meisten nur bis Ende des Jahres vermietet, weil sie dann renoviert werden.

Geförderte Wohnung

Die billigste aller Unterkünfte für Studenten ist das Wohnheim - man muss sich jedoch rechtzeitig um einen Platz kümmern.
© Bild: KURIER/ Gruber

Wer noch diesen Herbst eine Studentenbude braucht, wird mit einer Gemeindewohnung kein Glück haben. Denn hier muss man mit einer Wartezeit von sechs Monaten bis 1,5 Jahren rechnen. Die Einkommensgrenzen (für eine Person derzeit 28.030 Euro pro Jahr) werden für die meisten Studenten kein Hindernis sein.

Wer langfristig plant, kann sich auch nach einer geförderten Wohnung umschauen. Die monatlichen Kosten sind zwar relativ gering, zu Beginn müssen die Mieter einer Genossenschaftswohnung aber einen Eigenmittelanteil (zwischen 60 und 500 Euro pro Quadratmeter) für Grund- und Baukosten zahlen. Wenn man auszieht, bekommt man das Geld (minus einer Abschreibung) aber wieder zurück.

Alle Adressen auf einen Blick

Auf der Homepage der ÖH gibt es eine Liste aller Studentenheime und die Broschüre "Studieren und Wohnen" zum Downloaden. Bei Fragen hilft die ÖH-Wohnrechtsberatung. Günstige Wohnungen und Zimmer gibt es auf der ÖH-Wohnungsbörse:
www.oeh.ac.at
www.jobwohnen.at


Home4Students (Österreichische Studentenförderungsstiftung) hilft bei der Suche nach einer günstigen Wohnung oder einem Heimplatz:
www.home4students.at

Manche Unternehmen oder Organisationen betreiben mehrere Studentenheime. Zum Beispiel:
www.stuwo.at
www.wihast.at
www.akademikerhilfe.at
www.oead.at
(nur für ausländische Studierende)

Die Luxusvariante in möblierten Apartments auf Zeit:
www.lifestyle-living.at
www.ig-boardinghouse.at


Freie Wohnungen findet man jeden Samstag im IMMO-Kurier oder unter:
www.immokurier.at

Geförderte Wohnungen und Gemeindewohnungen gibt es unter:
www.wohnservice-wien.at
www.wienerwohnen.at

( ce ) Erstellt am 05.12.2011