So zeigt sich die Wohnung von ihrer besten Seite

So zeigt sich die Wohnung von ihrer besten Seite
Es gibt keine zweite Chance für den ersten Eindruck: Beim Home Staging werden Immobilien für den Verkauf in Szene gesetzt.

Die dunkle Couch und das Spitzendeckchen auf dem Tisch sind nicht jedermanns Sache. Ein Fall für Home-Staging-Expertin Yvonne Werginz: "In diesem Haus in Niederösterreich war alles sehr dunkel und altmodisch. Wir haben viel ausgeräumt und helle Leihmöbel hineingestellt." Denn wer seine Immobilie verkaufen will, sollte für eine möglichst neutrale Atmosphäre sorgen - auch wenn er noch darin wohnt. In diesem Fall hat sich die Umgestaltung wirklich ausgezahlt: "Die Eigentümer waren selbst verwundert, wie schnell das Haus verkauft war und sie haben den Preis bekommen, den sie wollten", erzählt Werginz.

Persönliche Dinge müssen weg

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Das Ziel von Home Staging ist es, die Immobilie in ein besseres Licht zu rücken und ein neutrales Umfeld zu schaffen. Da werden Möbel umgestellt oder durch moderne und neutrale Stücke ersetzt. Oft haben schon kleine Veränderungen wie ein neuer Vorhang oder ein anderer Teppich eine große Wirkung. "Persönliche Dinge und private Fotos sollte man für den Besichtigungstermin wegräumen", erklärt Werginz, die ihre Ausbildung bei der Deutschen Gesellschaft für Home Staging und Redesgin (DGHR) absolviert hat. Für eine Besichtigung müssen alle Räume entpersonalisiert werden - auch das Badezimmer: "Räumen Sie das Duschgel weg, klappen Sie den Toilettendeckel runter und hängen Sie die Badetücher schön auf", rät die Expertin.

Geliehene Möbel vermitteln eine wohnliche Atmosphäre

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In einer leeren Wohnung kann mit wenigen Accessoires, der richtigen Beleuchtung und ein paar Einrichtungsgegenständen eine wohnliche Atmosphäre geschaffen werden. Ein Tisch, Sessel, Vorhänge und die passenden Pölster können schon genügen, um dem Besucher ein Gefühl für den Raum zu vermitteln. Werginz hat einen eigenen Fundus mit Kleinmöbeln, Teppichen, Bildern und Dekoration. Bei Bedarf arbeitet sie mit Partnerfirmen zusammen. Wer möchte, kann die geliehenen Möbel auch kaufen. Seriöse Anbieter setzen zwar die Objekte für den Verkauf in Szene, würden aber niemals versuchen, Mängel zu kaschieren. "Das widerspricht den Standesregeln der DGHR", betont Werginz. Kleine Renovierungsarbeiten wie ein frischer Wandanstrich sind natürlich erlaubt.

Home Staging erhöht den Verkaufserfolg

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Zur Zielgruppe gehört jeder, der eine Wohnung oder ein Haus verkaufen möchte. Denn Home Staging ist nicht nur etwas für Luxusimmobilien. "Auch bei einer 100.000-Euro-Wohnung zahlt es sich aus, das Objekt für den Verkauf in Szene zu setzen", ist Werginz überzeugt. Zwischen ein und zwei Prozent des Kaufpreises kostet bei ihr das Gesamtpaket: "Da ist alles dabei - von der Gartengestaltung bis zu den Leihmöbeln." Studien aus den USA, wo es Home Staging schon seit den 1970er-Jahren gibt, zeigen, dass die Objekte schneller verkauft werden und ein um 15 Prozent höherer Preis erzielt wird. Das ist auch in Österreich immer mehr Eigentümern einen Versuch wert.

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