Wirtschaft | Immobiz
30.10.2018

Neues Hotel mit "Neni"-Flair auf Mallorca

Der Immobilienentwickler Daniel Jelitzka hat mit den Gastronomen Haya und Nouriel Molcho („Neni“) eine schicke Herberge eröffnet.

KURIER: Herr Jelitzka, Sie haben Anfang Juli das „Bikini“-Hotel auf Mallorca eröffnet. Wie kam es dazu?

Daniel Jelitzka: Eigentlich waren wir auf der Suche nach einem Hotel in den Bergen. Mein Immobilienunternehmen ist Österreich-Partner der Hotelgruppe „Bikini Island & Mountain Resort“. Wir sahen uns am Arlberg, im Montafon und in Bad Gastein um. Doch dann kam plötzlich Mallorca dazwischen: Ein etwas schäbiges 3-Sterne Hotel, in dem früher gerne Bustouristen abstiegen, sollte verkauft werden. Als ich das Haus zum ersten Mal betrat, war ich von der Lage in Port de Soller an der Nordwestküste der Insel und der Aussicht vom Hotel überwältigt.

Haya Molcho: Mir ging es genauso. Als wir gefragt wurden, ob wie die Gastronomie im Bikini-Hotel machen wollten, sagten wir eigentlich ab, weil wir heuer bereits in Köln und Paris zwei neue Projekte in Hotels haben. Doch dann flog ich mit meinen drei Söhnen, die ebenfalls im Familienunternehmen tätig sind, hin. Und wir sagten zu.

Jelitzka: Die Herausforderung bestand darin, mit einem überschaubaren Budget aus einem unattraktiven Bestand ein angesagtes Hotel zu machen. Das Haus wurde durch die Architektur so gepimpt, dass jetzt sogar die alten Fließen cool aussehen.

Das Bikini-Hotel ist nicht Ihr erstes Hotelprojekt. Was sind die Erfolgsfaktoren im Hotelgeschäft?

Daniel Jelitzka: Wie überall ist es zunächst die Lage. Der zweite Faktor ist eine emotionale, stringente Geschichte, die das Hotel erzählt. Das Bikini-Hotel vermittelt das California-Feeling der 1970er-Jahre. Die Hippie-Zeit wird neu interpretiert. Das zieht sich überall durch: Es beginnt bei der Musik, die im Hotel zu hören ist, über die Möbel, die Peace-Zeichen an den Wänden bis hin zum Essen. Die Neni-Küche passt perfekt dazu.

Nouriel Molcho: Der Chefkoch des Restaurants ist Mallorquiner. Er und sein Team waren in Wien und wurden von uns geschult. Vor der Hoteleröffnung waren wir in Mallorca. Die Speisekarte wird nach Saison gewechselt. Es gibt viel Fisch und Meeresfrüchte, aber natürlich auch klassische Neni-Speisen wie Hummus. Jeder soll sich im Restaurant wohlfühlen, man sitzt gemeinsam um einen großen Tisch und entspannt sich.

Sie arbeiten mit einem Franchise-System?

Nouriel Molcho: Ja, wobei es jedes Mal eine sehr intime Partnerschaft ist. Wir stülpen nicht ein fertiges Konzept über ein Restaurant, sondern erarbeiten es individuell und passen es dem jeweiligen Ort an. In Amsterdam beispielsweise bespielen wir mit einem holländischen Partner eine alte Citroën-Garage. Im Jänner ist dort Eröffnung.

Haya Molcho: Das Schöne an der israelischen Küche ist ja, dass sie sehr anpassungsfähig ist, eine Weltküche sozusagen. Man kann viele internationale Elemente kombinieren und bleibt authentisch.

Daniel Jelitzka: Die Gastronomie ist im „Budget-de-Luxe“-Segment, wo wir tätig sind, sehr wichtig. Normalerweise macht der Gastro-Umsatz 35 Prozent aus, hier sollten es rund 50 Prozent sein. Bei der Gastronomie erkennen die Gäste auch, ob das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt.

Was ist Ihren Gästen wichtig?

Daniel Jelitzka: Wir investieren dort in die Qualität, wo es die Gäste merken: super Essen, gute Betten, einen starken Föhn und ein zweites Bier im Kühlschrank. Wir bieten geführte Wanderungen und einen Radverleih an. Dafür haben wir kein Mega-Spa.

Herr Jelitzka, Sie sind Eigentümer der Liegenschaft. Streben Sie einen Wiederverkauf an?

Daniel Jelitzka: Nein, wir entwickeln die Hotels so, dass wir sie langfristig in unserem Portfolio halten können. Das Bikini-Hotel ist das vierte Hotelprojekt. Bei zwei weiteren Liegenschaften in Westösterreich und im Salzburger Land befinden wir uns in den finalen Ankaufsverhandlungen.

Noch eine persönliche Frage zum Schluss: Wie viel Hippie steckt in Ihnen selbst?

Haya Molcho: Ich war mit meinen Eltern schon am Woodstock-Festival – da war ich 13 Jahre.

Nouriel Molcho: Als Sohn einer Hippie-Mutter kann man selbst nur Hippie werden.

Daniel Jelitzka: Und ich besuchte im April das „Africa Burn“-Festival. Sie sehen, wir sind hier alle Hippies.