Das Einfamilienhaus in Gablitz für fünf Personen hat ein Dach aus Ton und einen Wohnbereich aus Ziegel auf einer Betonbühne

© Triendl und Fessler Architekten

Wirtschaft Immobiz
12/03/2020

Neubau aus Ziegel in herausragender Hanglage

Der Neubau eines Einfamilienhauses in Niederösterreich wird aufgrund seiner Ziegel zum Blickfang.

Ziegel überall oder auch „Brick all over“ haben die Architekten Karin Triendl und Patrick Fessler das Einfamilienhaus in Gablitz, Niederösterreich genannt. Ein Blick auf den Bau erklärt warum: Auf einer Bühne aus Beton ragt das Einfamilienhaus aus Ziegel – genauer Klinker.

„Die Bauherrin ist aus Polen und dort wird dieser speziell verarbeitete Ziegel häufig verbaut“, erklärt Patrick Fessler. Der Vorteil des Materials: es wird unter hohen Temperaturen gebrannt. Dadurch nimmt dieser Ziegel kaum Wasser auf und ist sehr widerstandsfähig.

Ungewöhnlich in Österreich

Allerdings mussten Architekten und Bauherren schnell feststellen, dass „Österreich der schlechteste Ort ist, um mit Klinker zu bauen, da er kaum zu kaufen ist“, erzählt Fessler. Produktionswerke gibt es in Nordeuropa zuhauf, in Österreich war Ziegelhersteller Wienerberger während der Planungsphase des „Brick all over“ gerade dabei die letzte Klinkerproduktionsstätte in Österreich zu schließen. Fessler: „Wir hatten Glück und konnten die letzte Charge ergattern.“

Die nächste Herausforderung war nun das Haus in steiler und schmaler Hanglage so ressourcenschonend wie möglich zu bauen und auf der kleinen Fläche ein Maximum an Platz für Garten und Terrassen herauszuholen. Entstanden ist ein Einfamilienhaus mit insgesamt 211 Quadratmetern auf drei Ebenen.

Im unteren Stock befindet sich der teilweise verbaute Keller sowie Fernseh- und Gästezimmer. Auf der mittleren Ebene, die auf dem Betonsockel ragt, ist die flexibel gestaltete Wohnküche mit großen Schiebetüren und einer Treppe, die nach oben führt und gleichzeitig als Zonierung dient.

Dachraum aus Ton

Fessler: „Da die Bauherren Fans von Gründerzeithäusern sind, haben wir den Boden mit Parkett im Fischgrätmuster gelegt.“ Im oberen Bereich sind drei Schlafzimmer mit Bad, verbunden mit einem Luftraum, damit auch von oben belichtet ist. Im Dachraum aus Ton sind Fenster eingebaut.

Doch warum der Betonsockel? Architekt Fessler: „Damit haben wir uns gut aus der Affäre gezogen. Der Tisch aus Beton hat uns ermöglicht, ideal auf die steile Hanglage einzugehen, und trotz des begrenzten Platzes Garten- und Terrassenflächen rund um das Haus anzulegen.“

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