© Gabriel Buechelmeier

Gewerbe
10/21/2016

Mit gutem Beispiel voran

Das Formdepot, ein Netzwerk von zwölf Professionisten aus verschiedenen Handwerksbereichen, wurde vor Kurzem um einen 400 Quadratmeter großen Dachaufbau erweitert. Das Innere beeindruckt mit einem offenen Raumkonzept, Beton, Holz und Naturstein, die dank unterschiedlicher Anwendungsideen mehrfach eingesetzt wurden.

von Ankica Nikolić

Es war in jeder Hinsicht eine glückliche Fügung. Das alte Büro ist aus allen Nähten geplatzt, dank einer ehemaligen Auftraggeberin wurde eine passende Immobilie gefunden und in kurzer Bauzeit darin ein Kompetenzzentrum rund um das Thema Wohnen sowie Architektur errichtet: das Formdepot.

"Die Idee, ein Netzwerk von Professionisten zusammenzustellen und diesem eine entsprechende Plattform zu bieten, hatten wir schon länger und mit dem Gebäude haben wir dann schließlich den passenden Ort dafür gefunden. Hochwertige Produkte und Gestaltungen verlangen nach anspruchsvollen Ausstellungsflächen. Vor allem dann, wenn man sich als Netzwerk präsentieren möchte, welches ganzheitliche Planungen von Innen- sowie Außenräumen abdecken soll", erklärt Heinz Glatzl, der gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Joachim Mayr (M&G Interiors) das Konzept schließlich realisierte.

Außergewöhnlicher Zubau

Heute, knapp ein Jahr später nach der Eröffnung, wurde der zweite Bauabschnitt abgeschlossen und das Gebäude in der Abelegasse erhielt nun einen außergewöhnlichen Zubau, der Mitte September eröffnet wurde. "Für uns war das eine logische Konsequenz, da wir dazu auch die baulichen Gegebenheiten hatten und die wollten wir unbedingt nutzen." Bei laufendem Betrieb wurde mit Ende Oktober letzten Jahres mit dem Umbau begonnen.

Im ersten Schritt wurde der komplette Dachstuhl abgetragen. "Es war Fluch und Segen zugleich, sozusagen jeden Tag auf der Baustelle auch zu arbeiten, aber im Großen und Ganzen hat alles relativ reibungslos funktioniert", sagt Glatzl. Die kompakte Gebäudestruktur mit weißem Fassadenputz wurde mit zwei oben aufgesetzten, schwarzen Riegeln aufgebrochen. Das äußere Erscheinungsbild wurde bislang von dem hermetisch angelegten Raster aus Kastenfenstern dominiert. Der neue Aufbau spielt mit deren Transparenz und bezieht die Thematik mithilfe großflächiger sowie bodennaher Glasfronten auch in den neuen Teil mit ein.

Um zwei weitere Etagen wurden die bestehenden 750 Quadratmetern in diesem Jahr erweitert, die Gesamtfläche des Formdepot beträgt nun 1400 Quadratmetern. "Im zweiten Stock haben wir weitere Büros untergebracht, im Dachgeschoß gibt es nun ein Musterloft inklusive einer Terrasse", beschreibt Glatzl. "Neben den Planungsbereichen im Schauraum war es uns vor allem ein Anliegen, komplette Wohnsituationen darstellen zu können, um zu zeigen, wie einzelne Bereiche miteinander interagieren können." Blickbeziehungen, Abläufe und die Wirkung unterschiedlicher Materialien in Wohnsituationen sollen dadurch veranschaulicht werden können.

Hohe Räume, Sichtbeton, Naturstein

Das Raumkonzept entwickelten Heinz Glatzl und Joachim Mayr, die Umsetzung erfolgte natürlich von den im Haus ansässigen Partnerfirmen, die dadurch unterschiedliche Anwendungsideen innerhalb ihres Handwerks zeigen konnten. Im Loft setzte man auf einen naturgetrockneten, dunklen Holzboden, die Farbe findet sich in den Küchenfronten und den flächenbündigen Türen wieder, damit wird der Ton punktuell an den Wänden raumhoch fortgeführt.

Beeindruckend sind dabei aber auch die Raumhöhen, die stellenweise weit über vier Meter messen. Wie ein Monolith wirkt der freistehende Küchenblock, der genauso wie die Arbeitsplatte aus Naturstein besteht. Ein Teil der Wände wurde in Sichtbeton ausgeführt, die dank einer Bretterschalung eine holzähnliche Oberflächenstruktur aufweisen und damit einen spannenden Kontrast bieten.

Neben einem Kamin mit Sichtbetonsockel und geschmiedetem Stahlblech wird das Wohnzimmer durch eine außergewöhnliche Raumtrennung dominiert. Durch das mit Naturstein verkleidete Element entstehen, dank eines horizontalen Einschnitts, Blickbezüge ins Schlafzimmer, welches sich dahinter befindet. Zugleich fungiert es als Rückwand für eine Dusche im Boudoir.

Ähnlich wie im Inneren, zeigt auch die auf mehrere Ebenen angelegte Terrasse sämtliche Funktionalitäten eines Outdoorbereiches auf – von einer Dusche über eine Küche aus Sichtbeton bis zum Loungebereich, der höhenversetzt auf dem Terrassendeck positioniert wurde. "Innenarchitektur muss man sehen, angreifen und spüren können. Mit einem Entwurf einer Skizze ist das nicht hundertprozentig nachvollziehbar", fasst Glatzl zusammen.

Viele standen dem Standort anfänglich skeptisch gegenüber, dies scheint nun gänzlich aus dem Weg geräumt. Der zeitgenössische Zubau beweist, dass innovative sowie zeitgenössische Lösungsansätze nicht an eine Postleitzahl gebunden sind.

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