┬ę Getty Images/iStockphoto/cnythzl/IStockphoto.com

Wirtschaft Immobiz
02/09/2019

Kann auf einen Pflichtteil bei einer Erbschaft verzichtet werden?

Experten beantworten Ihre Leserfragen am KURIER-Telefon. Heute: Markus Kaspar - Notar

von Barbara Nothegger

Ich besitze ein Einfamilienhaus. Ich m├Âchte dieses zur G├Ąnze an meine drei T├Âchter aus erster Ehe vererben. Hat mein nunmehriger Ehemann einen Pflichtteil und wenn ja, gibt es eine M├Âglichkeit, das Haus trotzdem ausschlie├člich an meine Kinder zu vererben?

Mit einem Testament k├Ânnen Sie verf├╝gen, dass ihre T├Âchter nach Ihrem Ableben das Haus erhalten. Ihr Ehemann hat aber einen Pflichtteilsanspruch. Wenn er den Pflichtteil fordert, m├╝ssen ihre T├Âchter ein Sechstel des Verkehrswertes des Hauses (nach Abzug allf├Ąlliger Schulden) an ihn ausbezahlen. Au├čerdem steht ihm das Recht zu, weiterhin auf seine Lebensdauer im Haus zu wohnen. Sie k├Ânnen jedoch mit Ihrem Ehemann einen notariellen Pflichtteilsverzichtsvertrag abschlie├čen, wenn er damit einverstanden ist. In diesem Vertrag kann er auf seinen k├╝nftigen Pflichtteil verzichten. Ein Verzicht auf das Wohnrecht ist auch m├Âglich. Diesen Verzicht wird er aber wohl nur dann abgeben, wenn ihm nach Ihrem Ableben eine andere Wohnm├Âglichkeit zur Verf├╝gung steht. Es kommt auch vor, dass Ehegatten zwar auf den k├╝nftigen Pflichtteilsanspruch verzichten, dies aber nur unter der Bedingung, dass sie weiterhin in der Wohnung oder im Haus wohnen k├Ânnen, da sie keine andere Wohnm├Âglichkeit haben. Falls dies gew├╝nscht wird, k├Ânnten Sie das Haus ihren T├Âchtern vermachen und gleichzeitig anordnen, dass ihr ├╝berlebender Ehemann ein Wohnrecht erh├Ąlt.

Ist es m├Âglich, einen Eigent├╝mer aus der Wohnungseigent├╝mergemeinschaft auszuschlie├čen?

Die Mehrheit der Eigent├╝mer kann eine Klage auf Ausschluss aus der Eigent├╝mergemeinschaft einbringen. Selbstverst├Ąndlich m├╝ssen aber Gr├╝nde vorliegen. Der Ausschluss kann etwa dann begehrt werden, wenn Eigent├╝mer ihren Zahlungspflichten aus der Gemeinschaft nicht nachkommen oder wenn sie oder ihre Angeh├Ârigen durch r├╝cksichtsloses, anst├Â├čiges oder sonst grob ungeh├Âriges Verhalten den anderen Mitbewohnern des Hauses das Zusammenwohnen verleiden. M├Âglich w├Ąre der Ausschluss auch dann, wenn Miteigent├╝mer gegen├╝ber anderen im Haus wohnenden Person eine strafbare Handlung gegen Eigentum, Sittlichkeit oder k├Ârperliche Sicherheit begehen, sofern es sich nicht um geringf├╝gige F├Ąlle handelt.

Jederzeit und ├╝berall top-informiert

Uneingeschr├Ąnkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.

Kommentare