In der Schwebe: Neues Museum in Graz

Blick in den Ausstellungsraum: Sichtbeton und Glas bestimmen auch das Innere des Archäologiemuseums in Graz
Foto: UMJ/ N. Lackner

Glasvitrine, Sichtbeton und Tageslicht: Das neu gestaltete Archäologiemuseum im Grazer Schloss Eggenberg übt sich in moderner Zurückhaltung.

Die Vitrinensäule wächst vom Boden empor und geht nahtlos in die weiße Decke über. Sanft von unten beleuchtet ist darin das zu bestaunen, was (geht es nach Grazer Geschichtslehrern) jeder Schüler ein Mal in seinem Leben bestaunt haben muss: Der um 600 vor Christus gefertigte bronzene Strettweger Opferwagen. In seinem schlichten Glaskasten ist das prominente Kulturgut Teil der Neugestaltung des Lapidariums - der Römersteinsammlung des Archäologiemuseums im Grazer Schloss Eggenberg.

"Es ging darum, einen Erweiterungsbau zu schaffen, der mit dem Bestehenden eine gute Kombination ergibt", erklärt Johann Moser vom Wiener Büro BWM Architekten und Partner, das für den Zubau verantwortlich ist. Die leicht ansteigenden und abfallenden Rampen navigieren den Besucher durch den Ausstellungsraum und sind zugleich eine Referenz an den 2004 errichteten Bau der Kollegen von PURPUR.ARCHITEKTUR.

Blick in den Ausstellungsraum: Sichtbeton und Glas bestimmen auch das Innere des Archäologiemuseums in Graz Foto: UMJ/ N. Lackner Blick in den Ausstellungsraum: Sichtbeton und Glas bestimmen auch das Innere des Archäologiemuseums in Graz

Sichtbeton , Glas und einzelne Lichtakzente - fast schüchtern wurde die 650 große unterirdische Ausstellungsfläche gestaltet, die dank bewusst gesetzter Einschnitte im Baukörper dennoch nie das Gefühl vermittelt, ein Kellergeschoß zu sein. "Das Spiel mit dem Tageslicht war ein wichtiger Aspekt - wenn man es schon einmal mit Exponaten zu tun hat, die das auch vertragen", so Moser.

Fast schwebend präsentieren sich Prunkgefäße, Figuren oder andere durchwegs kleinteilige Exponate in den freistehenden, zarten Glasvitrinen. Die Sammlung soll auch grundlegende Fragen des Mensch-Seins zur Diskussion stellen. "Seit wann essen wir nicht aus Hunger, sondern aus Genuss?", steht etwa in weißer Schrift auf der hellgrauen Betonwand. Nur der eigens für Kinder entwickelte "Grabungscontainer" und der kleine Bereich für Wechselausstellungen unterbrechen im Zentrum der Halle den konsequent eleganten Rhythmus der Gestaltung. www.bwm.at

Archäologiemuseum, Eggenberger Allee 90, 8020 Graz. Tel. 0316/58 32 64-9515

(kurier) Erstellt am
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