┬ę KURIER/Jeff Mangione

Wirtschaft Immobiz
07/07/2021

Hat der Mieter Anspruch auf eine neue Dunstabzugshaube?

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Wir sind Miteigent├╝mer in einem Eigentumswohnhaus, in dem f├╝r eine Miteigent├╝merin, die querschnittsgel├Ąhmt war, mit Zustimmung aller Miteigent├╝mer ein Treppenlift errichtet wurde. Vor einigen Monaten ist sie jedoch verstorben. Trotz mehrfacher Nachfrage wurden bisher keine Vorkehrungen getroffen, den Treppenlift, der die nutzbare Stiegen Breite einschr├Ąnkt, abzubauen. Der Ehemann der Verstorbenen, der die Wohnung ├╝bernommen hat, verweigert Ma├čnahmen betreffend des Liftabbaus. Wer hat den Abbau eines solchen Treppenlifts zu veranlassen, und wen treffen die Abbaukosten?

Rechtsanwalt Thomas Sochor: Es stellt sich die Frage, ob hinsichtlich der Zustimmung zur Errichtung des Treppenlifts seitens der Wohnungseigent├╝mer ein Beschluss gefasst worden ist bzw. eine schriftliche Vereinbarung vorliegt. Festzustellen w├Ąre, worauf sich die Zustimmung der Wohnungseigent├╝mer bezogen und wer die Errichtung des Treppenlifts bezahlt hat und damit Eigent├╝mer des Treppenlifts ist. Ebenso wurde allenfalls geregelt, ob der urspr├╝ngliche Zustand wiederherzustellen ist und wer diese Arbeiten durchzuf├╝hren hat. Treten Sie mit der zust├Ąndigen Hausverwaltung hinsichtlich einer etwaigen Beschlussfassung sowie des Abbaus des Treppenlifts schriftlich in Kontakt und weisen sie auf die - nur f├╝r den Fall der Nutzung durch die Verunfallte akzeptierte - eingeschr├Ąnkte Nutzbarkeit des Stiegenhauses hin.

In unserer Mietwohnung gibt es in der K├╝che kein Fenster. Nur eine T├╝re, ins Vorzimmer. Die Dunstabzugshaube ist schon in die Jahre gekommen , wenn wir etwas aufwendigeres Kochen, verfliegt der Geruch des Essens nicht, sondern breitet sich in der Wohnung aus. Haben wir Anspruch auf einen neuen Dunstabzug?

Es kommt darauf an, ob die K├╝chenm├Âbel und Ger├Ąte, somit auch die Dunstabzugshaube bereits bei Ihrem Einzug in die Wohnung vorhanden waren, mitvermietet wurden und, ob auch im Mietzins enthaltenes Entgelt, daf├╝r bezahlt wird. Falls ja, ist der Vermieter grunds├Ątzlich verpflichtet, f├╝r eine funktionierende Dunstabzugshaube zu sorgen. Fordern Sie Ihren Vermieter dazu schriftlich auf und unterbreiten Sie ihm auch gleich Kostenvoranschl├Ąge.

Mit dem Umzug in unsere aktuelle Wohnung vor einigen Jahren haben wir den Balkonbelag vom Vormieter ├╝bernommen. Diesen hatte der Mieter einmal selbst verlegt. Die Holzplatten sind in keinem guten Zustand mehr und m├╝ssten ausgetauscht werden. Beim Hochheben der Platte habe ich darunter eine Art Bitumenschicht festgestellt. Nun stellt sich die Frage, ob wir hier selbst f├╝r eine neue Balkoneindeckung sorgen m├╝ssten, weil wir die Wohnung quasi ohne ├╝bernommen haben, (bzw. wir dem Vormieter erlaubt haben diese liegen zu lassen) oder ob man als Vermieter, damit ein Balkon nutzbar ist, f├╝r eine gewisse Bodenqualit├Ąt sorgen m├╝sste.

Grunds├Ątzlich ist der Vermieter verpflichtet, das Bestandsobjekt auf eigene Kosten in brauchbarem Zustand zu ├╝bergeben und zu erhalten und den Bestandsinhaber in den bedungenen Gebrauch nicht zu st├Âren. Grunds├Ątzlich ist daher der Vermieter verpflichtet, f├╝r eine Nutzbarkeit des Balkons zu sorgen. Ich gehe davon aus, dass Sie anl├Ąsslich der ├ťbernahme der Wohnung vom Vormieter kein ├ťbergabeprotokoll erstellt haben und somit nicht dokumentiert ist, dass der Bodenbelag bereits zum Zeitpunkt Ihres Einzuges in die Wohnung schadhaft war. Letztlich wird der Bodenbelag selbst in Ihren, die Isolier-/Bitumenschicht in den Verantwortungsbereich des Vermieters fallen.

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