Ein großer Schritt zur Nutzung von Sonnenenergie

© Bild: ap

Förderungsdschungel und viele detaillierte Informationen: So zeigt sich der Solar-Markt in Österreich. IMMO gibt Tipps, wie Sie diese Hürden sicher überwinden.

Mit der Kraft der Sonne ist man auf der sicheren Seite. Denn fossile Energie ist nur begrenzt vorhanden und wird immer teurer. Das zeigen die schwankenden Ölpreise sehr deutlich. Ein Umdenken zu alternativen Energiequellen hält bereits Einzug in den Haushalten und Köpfen der Menschen. Im Bundesländervergleich 2010 ist Niederösterreich an erster Stelle gereiht und löst Oberösterreich als Langzeit-Nummer-Eins ab. Österreich zählt dabei zu den stabilen Solarmärkten in der EU. 2009 stieg die Zahl der Neu-Installationen um 2,3 Prozent, wie aus der Branchen-Statistik hervorgeht. Letztes Jahr waren die Zahlen wieder rückläufig - eine Folge der Wirtschaftskrise. Aber der Trend schreitet weiter voran.

Der Umstieg auf Sonnenenergie zahlt sich aus

13119329115.jpg
© Bild: ap

Die Sonne ist der Allrounder unter den Energieträgern: Wasser wird damit erwärmt, Räume beheizt und Sonnenlicht mittels Fotovoltaik in Strom umgewandelt. Bei einem Überschuss wird der Strom ins öffentliche Netz eingespeist und auf der Rechnung gutgeschrieben. Das Umsteigen zahlt sich also in jedem Fall aus. Denn die Sonne kann unseren gesamten Energiehaushalt decken. Als Ausgleich in der kalten Jahreszeit kommt das bestehende Heizsystem zum Einsatz. Gerade bei Haushalten mit Holzkessel kann eine große Einsparung im Verbrauch erzielt werden. "Bei einem Neubau kann eine effiziente Installation der Anlage erfolgen, wenn man auf die Verlegung der Leitungen achtet", merkt Alexander Thür, Solarthermie-Experte des AEE-Instituts für nachhaltige Technologien, an. Denn die Devise lautet: Je kürzer die Leitungen verlegt sind, desto kleiner ist der Energieverlust.

Noch wichtiger ist, den Energieverbrauch zu senken

13119329114.jpg
© Bild: ap

Als ersten Schritt sollte man sich jedoch um eine Energie-Einsparung im Haushalt bemühen. Denn ohne den bewussten Umgang mit Strom hilft auch keine Umrüstung. Hier können folgende Maßnahmen ergriffen werden: Alte Elektrogeräte mit hohem Stromverbrauch sollten gegen neuere Modelle getauscht werden. Ein Tipp von Matthias Komarek von "die umweltberatung" Niederösterreich ist folgender: "Große Geräte wie die Gefriertruhe sollten ein Mal im Jahr entstaubt werden." Gerade auf Flächen, die Wärme abgeben, sammelt sich gerne Staub und der Stromverbrauch steigt an. Niedrige Waschtemperaturen von 30 bis 40 Grad reichen völlig aus und verbrauchen weniger Energie. Mit einem Punkteplan ist der Weg zur Solaranlage ganz einfach zu bewältigen. Zuerst sollte man die Termine für eine Fördereinreichung berücksichtigen. Ein Besuch bei einer Energie-Beratungsstelle erleichtert das weitere Vorgehen. Hier errechnen Experten den Stromverbrauch des Haushalts. Danach wird die Einsparung für die Gesamtfläche festgelegt. Vorzeigeprojekte können bei der Auswahl helfen. Durch den Erfahrungsaustausch kann ein direkter Vergleich erfolgen und bei der Entscheidungsfindung helfen. Schlussendlich werden verschiedene Solar-Anbieter kontaktiert und Kostenvoranschläge eingeholt. "Die einfachste Lösung ist, wenn alles aus einer Hand kommt", stellt Komarek klar.

Welche Solaranlage soll es sein?

13119329113.jpg
© Bild: ap

Es gibt verschiedene Arten von Solaranlagen: zur Warmwasser-Bereitung und Heizungsunterstützung. Kombi-Anlagen werden immer beliebter. Hier ist besonders auf die ausreichende Größe der Solarkollektoren zu achten. Über das Jahr verteilt kann eine solche Anlage 70 bis 75 Prozent des Warmwasserbedarfs eines Haushalts decken. "Von Mai bis September kann sogar der gesamte Wasserverbrauch mit Sonnenenergie abgedeckt werden", meint der Solar-Experte Komarek. Weil auch an trüben Tagen Licht auf die Solarzellen fällt, funktioniert das System auch im Winter. Direktes und indirektes Licht wird gleichermaßen gespeichert und in Energie umgewandelt. Als Ausgleich kommt das bestehende Heizungssystem zum Einsatz. Die Anlage kann auf dem Dach montiert oder ins Dach integriert werden. Die zweite Variante ist zu bevorzugen, da man Ziegel sparen kann, höhere Temperaturen erreicht und die Energie besser speichern kann. "Eine gute Anordnung im Technikraum und eine kompakte Bauweise mit guter Dämmung des Speichers sind sehr wichtig", fasst Solarthermie-Experte Thür zusammen. So entstehen keine Kältebrücken und es geht keine Energie verloren.

Kosten und Förderungen im Überblick

13119329111.jpg
© Bild: ap

Kosten und Förderungen sind wichtige Faktoren beim Umstieg. Die Zuschüsse sind in jedem Bundesland verschieden. Für eine komplette Warmwasser-Solaranlage muss man mit mindestens 5000 Euro rechnen. Nach Abzug von Landes- und Gemeindeförderungen bleiben zirka Kosten von 4000 Euro. Eine Solar-Kombination mit Heizungsunterstützung kostet zwischen 10.000 und 15.000 Euro. "Bei einer Warmwasser-Anlage rechnet man mit 10 Jahren und bei der Solar-Kombianlage mit 15 Jahren, bis die Kosten der Investition wieder ausgeglichen sind", sagt Thür. Das hängt stark vom Heizsystem ab. Das Umsteigen rechnet sich in jedem Fall und ist ein großer Beitrag zur Entlastung unserer Umwelt.

Mehr zum Thema

  • Hauptartikel

  • Hintergrund

Erstellt am 05.12.2011