Ein Reihenhaus im Speckgürtel? Das wollen laut Nachfrage viele.

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Kaufen und mieten
10/18/2016

Immobilien in den Speckgürteln deutlich teurer geworden

Für eine neue, 80 Quadratmeter große Wohnung zahlt man in Österreich derzeit durchschnittlich 346.000 Euro. Auch Mieten steigen weiter.

Die Preise für Immobilien zeigen heuer wieder nach oben: Im ersten Halbjahr haben die Angebotspreise auf Internetportalen spürbar angezogen - für neue Wohnungen wurde im Schnitt um 4,4 Prozent mehr verlangt als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, für neue Häuser um 4,7 Prozent mehr. Gebrauchte Wohnungen verteuerten sich sogar um knapp 5 Prozent, wie das Portal ImmobilienScout24 analysierte.

Der hierzulande ungebrochen starke Wunsch nach einer eigenen Immobilie treibt die Preise. Im ersten Halbjahr legte die Nachfrage laut Internetportal ImmobilienScout24 um 7 Prozent zu. "In Zeiten schwächerer wirtschaftlicher Entwicklung und niedriger Zinsen gilt die Immobilie vielen als sicherster Hafen", teilte der Österreich-Chef des Unternehmens, Christian Nowak, mit.

Mieten

Die Mieten haben sich heuer im ersten Halbjahr nicht ganz so stark erhöht wie die Preise für Eigentumswohnungen - der österreichweite Anstieg lag aber mit durchschnittlich 3,4 Prozent für eine neue Wohnung ebenfalls beträchtlich über der allgemeinen Inflationsrate, so ImmobilienScout24.

Neue Kauf-Wohnungen

Eine neue Wohnung, die im Schnitt 80 Quadratmeter groß war, kostete heuer im ersten Halbjahr durchschnittlich 346.000 Euro, ein neues Haus (122 Quadratmeter) rund 348.000 Euro und eine gebrauchte Wohnung (mit im Schnitt 82 Quadratmetern) rund 266.000 Euro, geht aus dem aktuellen Immobilienpreisindex ImmoDEX 2016 hervor, der sämtliche Angebotspreise auf den Portalen Immobilien.net bzw. ImmoScout24 abbildet.

Besonders kräftig gestiegen sind die Preise für neue Wohnungen heuer im ohnehin bereits hochpreisigenSalzburg(plus 5,2 Prozent) und inVorarlberg(plus 5 Prozent auf 281.000 Euro für 80 Quadratmeter). Am stabilsten war die Entwicklung in diesem Segment inKärnten(plus 0,1 Prozent) und derSteiermark(plus 0,8 Prozent).

In den beiden südlichen Bundesländern blieben zwar die Preise für Wohnungen mehr oder weniger auf Vorjahresniveau, dafür verteuerten sich dort neue Häuser empfindlich - in der Steiermark betrug das Plus 8,3 Prozent, in Kärnten 6,7 Prozent. Einen stärkeren Zuwachs gab es nur in Vorarlberg mit einem Preisschub um 9,3 Prozent.

In Kärnten kostete ein neues Haus im Schnitt 273.000 Euro (125 Quadratmeter) und ein gebrauchtes mit durchschnittlich 197 Quadratmetern 348.000 Euro (plus 6,2 Prozent).

Im Speckgürtel wird's noch teurer

Doch auch für Immobilien in den Speckgürteln größerer Städte sowie in St. Pölten sollte heuer deutlich mehr bezahlt werden als im ersten Halbjahr 2015. So lag der Preis für ein Haus in Graz-Umgebung um 10,8 Prozent über dem Vorjahreswert - im Schnitt waren dort für 122 Quadratmeter 312.400 Euro zu berappen. In Wien-Umgebung sollten mit durchschnittlich 398.000 Euro für 128 Quadratmeter um 10 Prozent mehr auf den Tisch gelegt werden als noch vor einem Jahr. In Krems-Land wiederum verteuerten sich gebrauchte Wohnungen um 11,3 Prozent auf durchschnittlich 115.000 Euro (69 Quadratmeter) und in Wiener Neustadt bekam man ein neues Haus mit 110 Quadratmetern um im Schnitt 272.000 Euro (plus 10,2 Prozent).

Auffallend war heuer die Preisentwicklung bei fast allen Immobilienarten in der niederösterreichischen Landeshauptstadt - mit einem Plus von 9,9 Prozent bei gebrauchten Wohnungen (auf im Schnitt 129.000 Euro für 85 Quadratmeter), von 10,2 Prozent bei neuen Wohnungen (132.000 Euro für 69 Quadratmeter) sowie von 7,5 Prozent bei gebrauchten Häusern (388.000 Euro für 218 Quadratmeter).

Wien: Starker Anstieg in Hernals

Auch in Wien kletterten die Preise nach einer kurzen Zeit der Stabilisierung - vor allem in der Innenstadt. Eine gebrauchte Wohnung wurde dort im Schnitt um 1,26 Mio. Euro (für 131 Quadratmeter) angeboten - ein Plus von 9,4 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode. Im 17. Bezirk (Wien-Hernals) stiegen die Preise für neue Häuser mit einem Plus von 6 Prozent wienweit am deutlichsten. 165 Quadratmeter kosteten 807.000 Euro.

Ein Drittel des Nettoeinkommens

Die Österreicher geben laut Erschwinglichkeitsindex EIMX gut ein Drittel (34 Prozent) ihres Nettoeinkommens für das Wohnen aus - ohne Betriebskosten und Nebenkosten wie Heizung usw. Im Westen Österreichs ist der Anteil wesentlich höher: in Tirol verschlingt das Wohnen 43 Prozent des verfügbaren Haushaltsbudgets, in Salzburg 41 Prozent. Wesentlich günstiger ist es im Süden und Osten des Landes - mit einem Anteil von 24 Prozent in der Steiermark und 19 Prozent im Burgenland.

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