Wirtschaft 03.01.2013

Günstige Landidylle und teures Innenstadt-Flair

Remax erwartet 2,8 Prozent Preisanstieg.

Es ist nicht so, dass die Preise explodieren“ und „von einer Immobilienblase kann gar keine Rede sein“. Das meint zumindest Alois Reikersdorfer, Regionaldirektor des Maklernetzwerkes Remax Österreich. Auch weil hierzulande die meisten Immobilien mit Eigenkapital gekauft werden – und nicht auf Pump. Und weil Wohnungen wieder verstärkt erworben werden, um selbst darin zu wohnen – und nicht um Kapital darin zu parken, sagt er.

Immobilien
... Verweigert der Hausverwalter die Einsichtnahme in die Belege, kann jeder Wohnungseigentümer gerichtlich gegen die Hausverwal… © Bild: fotolia

In Wien – die Bundeshauptstadt macht rund 30 Prozent des österreichweiten Immobilienmarktes aus – seien die Preise im Vorjahr mit 4,5 Prozent längst nicht so gewaltig gestiegen wie kolportiert. Auch wenn es wie immer Ausreißer nach oben gab: So haben im ersten Bezirk – am Schillerplatz und in der Coburgbastei – Wohnungen zu Quadratmeterpreisen jenseits der 17.000 Euro den Besitzer gewechselt. „Unter 4500 Euro pro Quadratmeter bekommt man im ersten Bezirk kaum etwas“, sagt Reikersdorfer.

Penthouses

Der durchschnittliche Quadratmeterpreis für Eigentumswohnungen in Wien liegt freilich weit darunter: bei 2500 bis 2600 Euro. Heuer rechnet Remax in der Bundeshauptstadt mit Preisaufschlägen von 3,9 Prozent – damit ziehen die Preise nur noch halb so stark an wie 2012. Aufschläge wird es vor allem in zentralen Lagen geben (+7,3 Prozent), am Stadtrand sieht Remax deutlich weniger Luft nach oben (+2,7 Prozent). Auch bei Penthouses, Lofts und Maisonetten seien die Preise ausgereizt. Reikersdorfer rechnet mit Steigerungen von weniger als zwei Prozent.

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© Bild: Grafik: Eber, APA, Remax

Im Bundesländervergleich entwickelt sich der Markt sehr unterschiedlich (siehe Grafik). Wenig überraschend ist ein Eigenheim am Land, das über keine gute öffentliche Verkehrsanbindung verfügt, am erschwinglichsten. Dagegen sind im Speckgürtel um Wien die Preise schon relativ hoch, die von Remax für 2013 prognostizierten Preissteigerungen daher moderat. Bei Eigentums- und Mietwohnungen sowie Wochenendhäusern am Land rechnet Remax heuer mit sinkenden Preisen. Dasselbe gilt für Betriebsgrundstücke, Büroflächen, Geschäftslokale und Betriebsobjekte.

Remax hat österreichweit 103 Büros und im Vorjahr Immobiliengeschäfte im Gesamtvolumen von einer Milliarde Euro vermittelt. Das Transaktionsvolumen ist damit um 10,8 Prozent gestiegen. Für heuer erwarten die 450 Remax-Makler um 2,4 Prozent mehr Interessenten für Immobilien und eine Preissteigerung von 2,8 Prozent. Das Angebot dürfte nahezu unverändert bleiben. Reikersdorfer: „Wir könnten viel mehr verkaufen, als auf dem Markt ist.“

Veränderungen in Prozent

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© Bild: Grafik: Eber, APA, Remax
( Kurier ) Erstellt am 03.01.2013