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Wirtschaft Immo

Wohnen ist teuer: Immer öfter bleibt es zuhause kalt

Einkommensschwache Haushalte müssen oft auf Wohnqualität verzichten. Trotzdem können sie sich das Wohnen immer schwerer leisten.

von Vanessa Haidvogl

12/25/2022, 05:00 AM

Für 18 Prozent der Bevölkerung zwischen 16 und 69 Jahren stellen die Wohnkosten eine schwere finanzielle Belastung dar. Tendenz steigend. Das ist eines der Ergebnisse der „So geht’s uns heute“-Befragung der Statistik Austria aus dem 2. Quartal 2022.

Belastung gestiegen

Viele stöhnen über die Wohnkostenbelastung durch Miete oder einem etwaigen Wohnkredit, den Wohnnebenkosten wie Strom, Heizung und Reparaturen sowie Betriebskosten. Vor allem Haushalten, die von Arbeitslosigkeit betroffen waren (40 Prozent), Personen mit geringem Einkommen (35 Prozent ), Personen aus Ein-Eltern-Haushalten (29 Prozent) und Personen aus Mehrkindfamilien (29 Prozent) sind betroffen. Bei fast allen vulnerablen Gruppen hat die subjektive Wohnkostenbelastung deutlich zugenommen, teils um zehn Prozentpunkte gegenüber dem ersten Quartal 2022.

Schwierigkeiten bei Bezahlung

Wie Karin Heitzmann, Professorin für Sozialpolitik an der WU Wien, in einem von „Diskurs. Das Wissenschaftsnetz“ organisierten Gespräch erzählt, gibt es weitere Erkenntnisse aus der Befragung: Rund 19 Prozent der Bevölkerung zwischen 16 und 69 Jahren erwarten, dass sie in naher Zukunft Schwierigkeiten bei der Begleichung ihrer Wohnkosten haben könnten.

Heizen schwer leistbar

Acht Prozent der Menschen können es sich finanziell nicht leisten, ihr Haus oder ihre Wohnung angemessen warm zu halten. Karin Heitzmann sieht darin zunehmend ein Problem für die Wohnqualität in Österreich. Einkommensschwächere Haushalte können nur wenig Miete zahlen, günstige Wohnungen finden sie allerdings am freien Markt nur in alten Gebäuden mit wenig Energieeffizienz. Werden diese Immobilien saniert, steigt zwar die Wohnqualität, aber gleichzeitig auch die Mieten, was wiederum diese Gruppe in Bedrängnis bringt.

Mehr Gerechtigkeit

Tania Berger von der Donau Universität Krems plädiert für mehr Umweltgerechtigkeit: „Armutsgefährdete Haushalte wohnen häufig in Wohngebieten mit hoher Bewohnerdichte und hohen Umweltbelastungen durch Lärm, Feinstaub und Luftschadstoffe, wenig Grün und erhöhten Umgebungstemperaturen im Sommer. Dabei verfügen diese Haushalte selbst oft über kein eigenes Fahrzeug und verursachen vergleichsweise wenig Treibhausgasemissionen.“

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