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Nie mehr gießen? Diese Pflanzen überstehen die Hitze

Was tun, wenn der Regen ausbleibt und die Hitzetage mehr werden? Viel Schatten und Wildpflanzen helfen, Wasser zu sparen. Naturgarten-Profi Erika Saria hat Tipps für einen gießarmen Garten.
Wasser fließt aus der Gießkanne über Blumen

Wir sind mitten in der nächsten Hitzewelle. Kein flächendeckender Regen ist in Sicht. Überhaupt hat es heuer in den meisten Regionen Österreichs weit unter dem Durchschnitt geregnet. Im Osten liegen die Niederschlagsdefizite sogar bei bis zu 50 Prozent.

Die meisten Pflanzen leiden massiv, trocknen vielfach ein. Kostbares Trinkwasser sollte aber nicht zum Bewässern verwendet werden. Wie muss also ein Garten aussehen, der Hitzetagen und langen Dürreperioden standhält? „Wir müssen uns vom englischen Rasen, Kulturpflanzen und Monokulturen verabschieden und stattdessen bei der Bepflanzung mehr auf heimische Wildpflanzen, Schatten spendende Bäume und Kräuterrasen fokussieren“, erklärt Erika Saria von der Naturschwärmerei.

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Erika Saria (rechts) und Edeltraud Pirker haben den Verein Naturschwärmerei  gegründet.

Sie hat gemeinsam mit ihrer Schwester Edeltraud Pirker 2019 den Verein Naturschwärmerei in Eggersdorf bei Graz gegründet. Die beiden Frauen haben es sich zum Ziel gesetzt, die Menschen wieder an die Natur heranzuführen. Sie unterstützen Schulen, Bauträger, aber auch Private dabei, ihren Garten, klimafit zu machen. „Wir sollten den Garten von der Natur bestimmt denken, wo der Mensch nicht eingreift. Dann können die Pflanzen wunderbar gedeihen“, so Saria. „Der Garten sollte am besten so geplant sein, dass Gießen gar nicht erst notwendig ist.“

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Ihre eigenen Gärten in Kalsdorf bzw. Eggersdorf bei Graz dienen als Mustergärten.

Natur statt Kultur 

Die studierte Erziehungswissenschafterin hat 2018 die Ausbildung zum Naturgarten-Profi absolviert. Sie erklärt: „Heimische Wildpflanzen sind robuster gegen Hitze und Trockenheit als kultivierte Pflanzen.“ Daher empfiehlt sie als Stauden Frauenmantel, Fetthenne, Storchenschnabel oder Hauswurz. Geeignete Sträucher sind beispielsweise Holunder, Vogelbeere, Weide, Weißdorn, Dirndlstrauch oder Speierling, die man auch zu einem kleinen Baum heranziehen kann. Für schöne Blüten sorgen einjährige, sehr hitzetolerante Pflanzen wie Mohn oder Ringelblume.

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Die Fetthenne ist robust, trockenheitsresistent und bietet farbenprächtige Blüten.

Schatten statt Sonne

Damit der Garten nicht so schnell austrocknet, sollte rund 50 Prozent der Fläche beschattet sein. Besonders wirksam sind große, frei wachsende Pflanzen. „Dafür muss man aber auch Geduld haben. Denn ein Baum, sehr gut funktioniert ein Feldahorn, braucht einfach seine Zeit zum Wachsen. Wichtig: Die Endgröße muss zur Fläche des Standorts passen.“ Aber auch Sträucher und Hecken spenden Schatten. Vor dem Austrocknen schützt auch ein gezogenes Blätterdach. So können Rankgerüste oder Pergolen für Kletterpflanzen wie Efeu oder Wilden Wein errichtet werden.

Auch Mulchen schützt den Boden vor dem Austrocknen. Grasschnitt, Laub oder Pflanzenreste halten die Feuchtigkeit im Boden, reduzieren den Gießaufwand und verbessern die Wasserspeicherung bei Starkregen.

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Ein Kräuterrasen mit Gänseblümchen und Löwenzahn hält die Trockenheit besser aus.

Wiese statt Rasen

Die Wiese sollte so selten wie möglich gemäht werden. Je höher das Gras, desto mehr Schatten fällt auf den Boden und desto weniger schnell trocknet er aus. „Der klassische englische Rasen ist nicht mehr zeitgemäß, robuster und hitzetoleranter ist der sogenannte Kräuterrasen, wo Gänseblümchen, Löwenzahn, Klee etc. wachsen dürfen“, rät die Expertin.

Regen statt Trinkwasser 

Üppige Bepflanzung statt Versiegelung lautet die Devise. Regenwasser muss im Boden versickern können. Auch die Regentonne sollte wieder im Garten Einzug halten, damit das Wasser gezielt für einen späteren Zeitpunkt gesammelt werden kann. Wenn Gießbedarf besteht, dann lieber selten, aber dafür ausgiebig gießen, appelliert Erika Saria: „Ein Baum braucht dann vielleicht ein Mal im Sommer 100 Liter Wasser. Eine Gießkanne voll bringt gar nichts.“ 

Tiefes Wässern – idealerweise in den frühen Morgenstunden – fördert kräftige Wurzeln und macht Pflanzen widerstandsfähiger gegen Hitze. Dann überstehen sie auch solche Hitzewellen, wie wir sie in diesem Sommer erleben. Ausnahme: Werden Pflanzen neu gesetzt, müssen sie regelmäßig gegossen werden.

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