Ifo-Chef gegen europäische Ratingagentur

Statt einer europäischen Ratingagentur sollten die Länder der Eurozone mehr Schuldendisziplin entwickeln, so ifo-Chef Sinn.
Foto: AP/Matthias Schrader

Hans Werner Sinn ist gegen den Aufbau einer europäischen Ratingagentur. Dies würde die Gefahr von Staatspleiten in der EU erhöhen.

Der Präsident des Münchner ifo Instituts, Hans-Werner Sinn, hat sich in einem Beitrag für die WirtschaftsWoche entschieden gegen den Aufbau einer europäischen Ratingagentur ausgesprochen. Dies würde die Gefahr von Staatspleiten in der EU erhöhen, warnte Sinn. Die Politik erwarte offenbar mildere Urteile von europäischen Ratingagenturen als von den amerikanischen.

Der Ökonom befürchtet, dass mildere Urteile es dann der Europäischen Zentralbank ermöglichten, bei ihren Refinanzierungsgeschäften Papiere als Sicherheiten zu akzeptieren, die von US-Agenturen als ungenügend eingestuft werden. Sinn: "Damit könnten die Zahlungsbilanzdefizite der Peripherie-Staaten auch weiterhin mit frischen EZB-Krediten beglichen werden, und es wäre erst einmal Ruhe. Indes würden die Auslandsschulden der peripheren Länder weiter anwachsen, der Schaden im Falle einer späteren Insolvenz wäre nur noch größer."

Anstatt eine europäische Ratingagentur zu schaffen, sollte die Eurozone "die Mitgliedsländer lieber durch die Verknappung öffentlicher Rettungsgelder zur Schuldendisziplin anhalten".

(apa, dpa-afx / js) Erstellt am
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