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© APA - Austria Presse Agentur

Wirtschaft
07/14/2021

Hugo Boss: Zuversicht durch Rückkehr der Kauflust

Auch die Aktie notierte am Mittwoch mit zeitweise 53 Euro so hoch wie seit September 2019 nicht mehr

Die Kauflust ist mit den Coronalockerungen zurückgekehrt und sorgt nach H&M und der Zara-Mutter Inditex auch beim deutschen Modehändler Hugo Boss für Zuversicht. Der seit Juni amtierende Konzernlenker Daniel Grieder wagte erstmals eine Prognose für 2021 und rechnet mit der Rückkehr in die Gewinnzone. "Die Erholung des Geschäfts war in allen Regionen deutlich spürbar", teilte der ehemalige Tommy-Hilfiger-Chef mit.

So hätten sich die Erlöse in Europa im zweiten Quartal mehr als verdoppelt und in Amerika mehr als verfünffacht, in Asien legten sie um über 50 Prozent zu. Damit nähert sich Boss dem Vorkrisenniveau.

Anstieg der Aktien 

Das sorgte auch bei den Anlegern für Zuversicht: Die Aktie legte am Mittwoch in der Spitze um 6,4 Prozent auf 53 Euro zu und notierte damit so hoch wie seit September 2019 nicht mehr. Im Oktober wurden die Titel noch mit rund 19 Euro gehandelt. Die Nachrichten hätten Überraschungspotenzial, kommentierten Analysten von Baader.

Grieder peilt 2021 einen Anstieg des Konzernumsatzes währungsbereinigt um 30 Prozent bis 35 Prozent an, nach 1,946 Mrd. Euro im Vorjahr. Das operative Ergebnis (Ebit) soll 125 bis 175 Mio. Euro erreichen. 2020 stand da noch wegen der Filialschließungen zur Eindämmung der Coronapandemie ein Verlust von 236 Mio. Euro.

Umsatzsprünge verzeichnet 

Im zweiten Quartal legten die Erlöse nach ersten Berechnungen um 133 Prozent auf 629 Mio. Euro zu. Das Ebit bezifferte der mit seinen Herrenanzügen bekanntgewordene Modehersteller mit 42 Millionen Euro nach einem Minus von 250 Mio. Euro vor Jahresfrist. Auch H&M und die Zara-Mutter Inditex sind auf Erholungskurs und verbuchten im zweiten Quartal Umsatzsprünge.

Unterdessen registriert auch der Deutsche Handelsverband (HDE) nach den weitreichenden Lockerungen und der Öffnung der Geschäfte eine deutliche Verbesserung der Lage im stationären Einzelhandel. Für die Bekleidungsbranche schüttet der Verband allerdings Wasser in den Wein: Das erste Halbjahr sei insbesondere für den Innenstadthandel verloren.

Extrem gelitten habe der Bekleidungseinzelhandel, der gut ein Drittel seiner Erlöse verloren habe. Mit Blick auf das zweite Halbjahr erklärte der HDE, die Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Erholung seien "nicht schlecht." Im Bekleidungshandel seien aber die Umsatzerwartungen noch eingetrübt.

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