Hoteliers: Mehr Buchungen, aber Gäste schauen auch mehr aufs Geld
Touristen in Hallstatt.
Zusammenfassung
- Die Nächtigungen stiegen im Mai und Juni laut Statistik Austria um 1,5 Prozent, weshalb die Hoteliers mit vorsichtigem Optimismus auf die Sommersaison blicken.
- Die Hotels sind gut gebucht, doch Gäste achten stärker aufs Geld, buchen kurzfristiger und weichen öfter auf günstigere Unterkünfte wie Ferienwohnungen aus.
- Sorgen bereiten den Betrieben steigende Kosten und das Ausbleiben besonders ausgabefreudiger Gäste, vor allem aus dem arabischen Raum.
Mit vorsichtigem Optimismus blickt die Österreichische Hotelvereinigung auf die aktuelle Sommersaison. Laut Zahlen der Statistik Austria ist die Zahl der Nächtigungen im Mai und Juni gegenüber dem Vorjahr um 1,5 Prozent gestiegen. Die Auslastung ist hoch, allerdings komme es immer stärker auf kurzfristige Buchungen an. Bei der Ausgabebereitschaft der Gäste merken die Hoteliers Zurückhaltung, während ihre Kosten steigen.
Die entscheidenden Monate kommen erst
Wirtschaftlich sei die Sommersaison „noch keine ,gmahte Wiesn‘“, sagt Martin Stanits, Sprecher der Österreichischen Hotelvereinigung. „Es ist nun wichtig, nach vorne zu schauen, weil die entscheidenden Monate kommen jetzt.“ Das Plus im Mai und Juni sehe man in der Branche positiv. „Es ist wichtig, dass man diesen guten Start hat“, so Stanits. Den Statistikern zufolge brachten die ersten beiden Monate das beste Ergebnis einer Sommervorsaison seit Beginn der elektronischen Aufzeichnungen 1973/74. „Die Sache ist eher das Einnahmenniveau, die Kostenerhöhungen.“
Apartments sind beliebt
Die Kosten der Beherbergungsbetriebe seien stark gestiegen. Die Urlauberinnen und Urlauber wichen dagegen teilweise auf Ein- und Zwei-Stern-Hotels aus: „Das stärkste Plus gibt es bei den gewerblichen Ferienwohnungen. Man schaut aufs Geld“, berichtet der Branchensprecher.
Insgesamt seien die Hotels „gut gebucht, das heißt nicht ausgebucht, aber man ist auf einem guten Stand“, umreißt Stanits. „Wenn nicht viel dazu passiert, wird das ein guter Sommer.“ Auch das Wetter sei ein gewisser Unsicherheitsfaktor in der Branche. „Aber das weiß man, damit lebt man.“ Die Buchungen kommen zudem zunehmend kurzfristig.
Es wird kurzfristiger gebucht
„Ich kenne Paare, die buchen erst, wenn sie eine Stadt anfliegen – mit Kindern traust du dich das nicht; und auch Businessreisende machen das nicht, oder jemand, der viel Geld ausgibt fürs Zimmer“, erzählt der ÖHV-Sprecher.
„Immer kurzfristiger heißt bei uns, jetzt bucht man zehn Tage vorher“, sagt die Sprecherin des Wellness- und Seminarhotels Schlosspark Mauerbach im Wienerwald, Angelica Freyler. Im Vorjahr seien es im Schnitt noch zehn Tage gewesen, vor der Corona-Pandemie sechs Wochen.
Gäste aus arabischem Raum bleiben fern
Das Gros der Nächtigungen in den heimischen Hotels stammt von Urlauberinnen und Urlaubern aus Deutschland und Österreich. Bei den restlichen Herkunftsmärkten gibt es spürbare Veränderungen. „Wir haben über viele Jahre schon die Russen weg, die Ukrainer weg – teilweise fehlen nun auch der arabische Raum, Israel und entferntere Räume, die über die Flugdrehkreuze in Nahost müssen“, berichtete Stanits.
Der Einbruch bei Gästen aus dem arabischen Raum ist besonders drastisch. Gegenüber dem Vorjahr gab es hier einen Rückgang um 43,8 Prozent. Der Anteil an den Gesamtbuchungen in Österreich ist gering, aber: „Das sind Gäste, die besonders viel Geld im Land lassen.“ Dass sie vermehrt fernbleiben, „schmerzt natürlich“.
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