Wirtschaft
05.12.2011

Höhere Preise für Textilien aus China

Intersport-Gruppe: Das Wetter sei wichtiger als die Konjunktur, sagt Firmenchef Franz Julen. In Griechenland gibt´s ein Umsatzplus.

Österreich und Frankreich sind derzeit unsere stärksten Märkte", sagt Franz Julen, Chef von Intersport International. Der Sportartikelhändler mit Hauptsitz in der Schweiz nennt sich mit mehr als 5300 Geschäften in 39 Ländern die Nummer eins am Weltmarkt.

Aus seinen Ländervergleichen liest Julen einmal mehr ab, dass seine Branche primär vom Wetter und nicht von der Konjunktur abhängig ist. "Obwohl wir in der Hälfte der Länder gegenüber dem Vorjahr wachsen, liegen wir über alle Märkte hinweg Ende Oktober flächenbereinigt vier Prozent im Minus. Aber in Griechenland haben wir ein Plus von sechs Prozent." Freilich auch, weil viele kleinere griechische Händler das Handtuch geworfen haben. Ganz konjunkturunabhängig scheint die Branche dennoch nicht zu sein. Denn teure Fahrräder und Laufbänder lassen sich derzeit deutlich schwerer verkaufen als in wirtschaftlich guten Zeiten, gesteht Julen ein.

Das Geschäft mit Winterware kommt mit den eisigen Temperaturen auf Hochtouren. Alle in Fernost gefertigten Artikel - also so gut wie alle Textilien - seien heuer europaweit je nach Marke im Durchschnitt um fünf bis zehn Prozent teurer als noch vor einem Jahr. "Weil die Rohstoffpreise und die Löhne in den Produktionsländern im Jahr 2010 gestiegen sind", erklärt Julen.

Zudem hätten viele Textilfabriken in China vermehrt für den Heimmarkt produziert, was zu Kapazitätsengpässen und wiederum zu Preisanstiegen geführt habe. Die Situation hat sich in der Zwischenzeit aber gedreht. Julen: "Vor einem Jahr haben uns chinesische Fabrikanten gebeten, woanders unsere Eigenmarken zu bestellen. Mittlerweile betteln sie wieder förmlich um Aufträge." Zudem seien seit April dieses Jahres "die Basis-Rohstoffe für Sportartikel - also Öl, Baumwolle und Stahl - um 15 bis 30 Prozent billiger geworden. "Das wird sich kommendes Jahr auch in den Preisen widerspiegeln müssen", erwartet Julen, der gerade die Ware für den Winter 2012 ordert, von den Lieferanten tiefere Preise.

Skimarkt

Die Preise für Skier und Skischuhe, die nach wie vor hauptsächlich in Europa vom Band laufen, sind dagegen stabil. Zumindest bis zum Ausverkauf. Wann der beginnt, hängt wie jedes Jahr vom Wetter ab. "Je später der Schnee kommt, desto früher beginnt der Abverkauf, weil die Lager voll sind." Einzelne Händler hatten allerdings schon im Oktober Aktionen in der Skiabteilung. Die Industrie will heuer rund 350.000 Paar Skier in Österreich absetzen, rund ein Drittel davon werden bereits an Skiverleiher verkauft.

Mengenmäßig besser als die Bretteln selbst verkaufen sich Skischuhe. Der Markt wird auf 370.000 Paar geschätzt. Weltweit werden jährlich rund 3,5 Millionen Paar Skier verkauft und 3,8 Millionen Paar Skischuhe. Die goldenen Zeiten des Skisports scheinen jedenfalls vorbei: Zu Spitzenzeiten wurden weltweit jährlich rund acht Millionen Paar Skier verkauft.