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Wirtschaft
06/05/2019

Hochspannung bei der Cleen Energy

Trotz der Turbulenzen um den Firmenwert ist Cleen Energy-Chef Lukas Lukas Scherzenlehner zuversichtlich.

von Irmgard Kischko

In wenigen Tagen soll das Gutachten vorliegen. Dann steht fest, ob der Firmenwert, denn der burgenländische Energiespar-Spezialist Cleen Energy bei Börseneinführung 2017 angegeben hat, von den Rechnungsprüfern genehmigt werden kann. Im März dieses Jahres hatte die Prüfstelle für Rechnungswesen nämlich den angegebenen Firmenwert bezweifelt. Nun prüft die Finanzmarktaufsicht (FMA) und die Firmenchefs haben selbst ein Gutachten zur Feststellung des Firmenwerts beim Berater EY in Auftrag gegeben.

Erst wenn das geklärt ist, kann auch ein Termin für die Hauptversammlung festgelegt werden. Cleen-Energy-Kernaktionär und Vorstand Lukas Scherzenlehner versucht die Aktionäre zu beruhigen: „Wir stehen zum Unternehmen. Wir haben erst kürzlich 750.000 Euro an Darlehen eingeschossen“, betont er im KURIER-Gespräch. Sollten die Prüfungen ergeben, dass der Firmenwert zu hoch angesetzt worden sei, würden die Kernaktionäre auch Kapital nachschießen.

Keine Insolvenzgefahr also. Im Gegenteil: Cleen Energy steuert auf Wachstumskurs. Der Umsatz sollte heuer um 40 Prozent steigen. Der Auftragsstand betrage derzeit vier Millionen Euro. 1.600 Kunden habe Cleen Energy bereits Energiesparsysteme verkauft. Im Detail bedeutet das: Experten von Cleen Energy überprüfen den Energieverbrauch von Großkunden und senken durch Beleuchtungsumstellung auf LED, energieeffizientere Produktionsabläufe etc. den Verbrauch. Einen Teil der Energiekostenersparnis erhält Cleen Energy. Zudem werden die Unternehmen bei der Umstellung auf erneuerbare Energien unterstützt.

Verluste

Dass das Unternehmen, das im April 2017 an die Wiener Börse gegangen ist, auch 2018 mit einem Verlust abschloss, hält Scherzenlehner für einen typischen Geschäftsbeginn eines Start-ups. „Wir sind eigentlich ein Start-up. Die Aussichten, dass wir in die Gewinnzone kommen, stehen gut“, betont er. 2018 stand unterm Strich ein Verlust von 3,1 Millionen Euro. 25 Mitarbeiter in St. Margarethen und im niederösterreichischen Haag arbeiten an effizienten Energieversorgungsmodellen für große Unternehmen. Cleen Energy kann bereits auf einige renommierte Kunden verweisen wie etwa die Lebensmittelkette Rewe, Frankstahl oder das Hotel de France. Scherzenlehner strebt weiteres Wachstum und später auch eine Kapitalerhöhung an. i. Kischko