Wählen Sie KURIER als bevorzugte Google-Quelle

13 Mrd. Euro: Griechenland zahlt Schulden vorzeitig zurück

Griechenland könnte bis zum Jahresende den Spitzenplatz der höchsten Schuldenquote in der Eurozone an Italien abgeben.
Eine steinerne Hand hält Euro-Münzen vor der griechischen Flagge.

Zusammenfassung

  • Griechenland will bis Jahresende 13 Mrd. Euro Schulden und Kredite vorzeitig zurückzahlen, darunter Mittel aus dem Hilfsprogramm von 2010.
  • Nach Angaben des Wirtschafts- und Finanzministeriums spart das Land durch die vorzeitigen Tilgungen rund 360 Mio. Euro Zinsen pro Jahr und will diesen Kurs fortsetzen.
  • Die Staatsverschuldung soll 2026 auf 137 Prozent des BIP sinken, womit Griechenland den höchsten Schuldenstand in der Eurozone an Italien abgeben könnte.

Griechenland will erneut frühzeitig Schulden und Kredite tilgen - diesmal in Höhe von 13 Mrd. Euro bis zum Jahresende, wie die Zeitung Kathimerini berichtet. Unter anderem sollen rund 2,5 Mrd. Euro aus dem ersten Griechenland-Hilfsprogramm von 2010 getilgt werden, die ursprünglich bis 2041 hätten zurückgezahlt werden müssen.

Außerdem sollen 2,2 Mrd. Euro in die Tilgung einer Staatsanleihe fließen und der Bestand kurzfristiger Staatsanleihen bis zum Jahresende um 1,2 Mrd. Euro reduziert werden, wie die Zeitung unter Berufung auf das Wirtschafts- und Finanzministerium berichtete. Das Land spare durch die vorzeitigen Tilgungen rund 360 Millionen Zinsen pro Jahr. Auch in den kommenden Jahren solle die frühzeitige Tilgung fortgesetzt werden.

Bereits im Juni hatte Griechenland Kredite über 6,9 Mrd. Euro vorzeitig zurückgezahlt. Dabei handelte es sich ebenfalls um Darlehen aus dem ersten Rettungsprogramm. Schon in den vergangenen Jahren hat das Land immer wieder vorzeitige Rückzahlungen geleistet.

Ungeliebter Spitzenplatz

Laut Schätzungen der griechischen Schuldenagentur soll die Staatsverschuldung im laufenden Jahr auf 137 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) sinken. Damit könnte das Land zum Jahresende sogar den ungeliebten Spitzenplatz der höchsten Schuldenquote in der Eurozone an Italien abgeben. Dort wird für 2026 mit einer Schuldenquote von 138,6 Prozent des BIP gerechnet, wie der italienische Sender Rai News bereits im Mai berichtet hatte.

Während der griechischen Finanzkrise von 2010 bis 2018 lag die Verschuldung teils bei gut 180 Prozent der Wirtschaftsleistung und Griechenland drohte aus dem Euro zu fliegen. Als Reaktion wurden europäische Rettungsmechanismen wie der Euro-Rettungsschirm ESM geschaffen, der seit Oktober 2012 klammen Euroländern Finanzhilfen gewähren kann.

Kommentare