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Wirtschaft

Greenpeace Österreich: "Jeff Bezos spricht mit gespaltener Zunge"

Es sei heuchlerisch, in den Umweltschutz zu investieren und gleichzeitig die Brennstoffindustrie anzukurbeln, sagt Klimaexperte Adam Pawloff.

von Thomas Pressberger

02/19/2020, 12:12 PM

Die Ankündigung von Amazon-Chef Jeff Bezos, zehn Milliarden US-Dollar für den Umweltschutz spenden zu wollen, wird von Greenpeace Österreich zwar grundsätzlich begrüßt, Kritik gibt es dennoch: "Erfreulich ist, dass Bezos Earth Fund die ernste Bedrohung durch die Klimakrise anerkennt, allerdings bleiben große Bedenken hinsichtlich Amazons Umweltbilanz", sagt Greenpeace-Klimaexperte Adam Pawloff.

Heuchelei

Jeff Bezos spreche mit gespaltener Zunge. Es sei heuchlerisch, anzukündigen, dass die Klimakrise die größte Bedrohung für unseren Planeten darstelle und gleichzeitig die fossile Brennstoffindustrie anzukurbeln, sagt Pawloff. "Amazon befeuert die Klimakrise etwa, indem der Konzern der Öl- und Gasindustrie fortgeschrittene Computertechnologie zur Verfügung stellt, damit noch mehr Öl entdeckt und gefördert werden kann", so der Klimaexperte weiter.

Amazon könne kein Klima-Champion sein und gleichzeitig der Öl- und Gasindustrie helfen, effizienter nach mehr Öl zu bohren. Der Konzern könne auch nicht behaupten, die Klimakrise ernst zu nehmen und dann drohen, Mitarbeiter zu entlassen, die Verantwortung gegenüber der Klimakrise fordern. "Amazon kann keine Klimaschutzlösungen vorantreiben und gleichzeitig Denkfabriken oder Politiker fördern, die die Klimakrise leugnen oder ihre Bekämpfung verzögern", kritisiert Pawloff

Einigkeit in der Wissenschaft

Die Wissenschaft sei sich einig. "Wir müssen fossile Brennstoffe im Boden lassen, erneuerbare Energien ausbauen. Und wir müssen Politiker wählen, die eine starke Klimapolitik unterstützen, um einen lebenswerten Planeten zu erhalten", so Pawloff weiter. Er sei jedenfalls auf die Details, welche Projekte Bezos Earth Fund fördern werde, gespannt.

"Wir hoffen, dass Amazon, Google und Microsoft mutig handeln und umgehend Maßnahmen ergreifen, um die Beschleunigung der Klimakrise zu stoppen, indem Verträge mit der Öl- und Gasindustrie beendet werden", so der Greenpeace-Mitarbeiter.

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