Abzocke: Dieser teure Saft wurde zur Werbelüge des Jahres gewählt
Saftläden in Wien
66.000 deutsche Konsumenten haben gewählt: Der Negativpreis der Organisation Foodwatch „Goldener Windbeutel“ geht heuer an den überteuerten Saft des Bayerischen Unternehmens LaVita. Damit ist das „Mikronährstoffkonzentrat“ die dreisteste Werbelüge des Jahres.
Denn der Saft besteht hauptsächlich aus Fruchtsaftkonzentrat, Vitamine sind zugesetzt. Besonders knackig ist der Preis: 100 Euro pro Liter verlangt der deutsche Hersteller. LaVita bewirbt sein Produkt als „Saubertrank“, der „Fit fürs Leben“ mache. Foodwatch zufolge stehe das Produkt beispielhaft für die Gesundheitsabzocke in der Lebensmittelindustrie. Hersteller würden häufig irreführende Gesundheitsversprechen machen und dafür bei den Konsumenten ordentlich abkassieren. Verkauft wird der Saft übrigens weder im Supermarkt noch in der Drogerie, sondern nur über den Onlineshop des Herstellers.
In seiner Werbung verspricht der Hersteller eine gesunde Zusammensetzung. Tatsächlich besteht er hauptsächlich aus Fruchtsaftkonzentrat mit zugesetzten Vitaminen.
Saftproduzent reagiert auf die Kritik der Verbraucherschützer
LaVita sieht in seinem Slogan „Fit Fürs Leben“ kein Heil- oder Gesundheitsversprechen. Der Claim würde ein „universelles Lebensgefühl“ beschreiben und den „Anspruch, Menschen dabei zu unterstützen, ihre tägliche Ernährung sinnvoll zu ergänzen“, teilt das Unternehmen dem KURIER mit.
Auch den Vorwurf, es handle sich um Abzocke, weist LaVita zurück. Es handle sich bei dem Produkt nicht um ein Saftkonzentrat, sondern ein „hochkonzentriertes Mikronährstoffpräparat“. Die Angabe des Literpreises würde in die Irre führen. „Niemand trinkt einen Liter LaVita auf einmal, dieser reicht für rund drei Monate. Entscheidend ist der Preis pro Portion – und der liegt bei einem Euro“, heißt es.
Dr. Oetker landet dahinter auf Platz 2
Hinter dem Saft auf dem zweiten Platz landet mit deutlichem Abstand das Airfryer-Backpulver von Dr. Oetker, einem Spezialprodukt für die Heißluftfritteuse, das drei Mal so viel kostet wie reguläres Backpulver. Während rund 40 Prozent der Befragten LaVitas Versprechen für den dreistesten Werbeschmäh befanden, stimmten für das Backpulver 22 Prozent.
Der Verbraucherschutzverein Foodwatch verlieht den „Goldenen Windbeutel“ heuer zum 15. Mal. 2025 ging er an den Milka-Hersteller Mondelez für die geschrumpfte Alpenmilch-Schokoladetafel.
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