Woher Gold kommt und wohin es fließt
Schätzungen zufolge dürfte noch nie so viel Gold abgebaut worden sein wie im vergangenen Jahr. Die Minenproduktion könnte 2025 auf 3.672 Tonnen gestiegen sein, heißt es aus dem World Gold Council, dem internationalen Branchenverband der Goldbergbauindustrie. Das sind rund 20 Tonnen mehr als der bisherige Rekordwert aus dem Jahr 2018. Dazu kommen rund 1.405 Tonnen aus dem Recycling des Edelmetalls.
Zwar spricht die Lobbyorganisation angesichts des 2025 um 67 Prozent gestiegenen Goldpreises trotz der Rekordzahlen von einer „relativ verhaltenen Reaktion“. Immerhin erreichte der Kurs 53 Mal neue Allzeithochs
Grund zu klagen hatte die Goldindustrie zuletzt aber wenig. Die Nachfrage nach Gold stieg 2025 nach einem ohnehin schon starken Jahr 2024 neuerlich um ein Prozent auf 5.002 Tonnen und damit ebenfalls auf einen Rekordwert. Davon profitierten auch Minenaktien, die 2025 noch stärker als der Goldkurs um bis zu 220 Prozent zulegten.
Investitionen gestiegen
Angetrieben wurde die deutlich gestiegene Nachfrage nach Gold durch das starke Interesse von Investoren. Mehr als 800 Tonnen des Edelmetalls flossen in börsengehandelte Fonds und ähnliche Produkte, das zweitstärkste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen. Auch der Kauf von Barren und Münzen erreichte ein 12-Jahres-Hoch. Die Zentralbankreserven gingen von etwas mehr als 1.092 Tonnen im Jahr 2024 auf rund 863 Tonnen zurück.
Geschrumpft ist auch die Schmuckproduktion auf wenig mehr als 1.600 Tonnen. Angesichts des hohen Goldpreises sei das zu erwarten gewesen, heißt es. Nahezu stabil blieb mit rund 270 Tonnen der Verbrauch des gut leitenden Edelmetalls in der Elektronikindustrie.
Der Zahngoldverbrauch ging um 7 Prozent auf 8,2 Tonnen zurück. Etwas unter einem Kilogramm Gold wurde für Lebensmittel verbraucht – als Dekoration für Torten, Schokolade oder Sushi.
Weiteres gutes Jahr erwartet
Das World Gold Council rechnet auch heuer wegen der anhaltenden geopolitischen Spannungen mit „einem weiteren Jahr mit starken Zuflüssen in Gold-ETFs und einer robusten Nachfrage nach Barren und Münzen“.
Spätestens 2027 wird der „Gold-Peak“, also der Höhepunkt der globalen Goldminenproduktion, erwartet. Danach werden die Fördermengen wegen zunehmend kleiner werdender Funde und steigenden Produktionskosten nach unten gehen.
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