Die Pünktlichkeit bei der AUA hat sich leicht verschlechtert

© APA/ROBERT JÄGER

Terror, Konjunktur
08/02/2016

Terrorängste drücken Gewinnprognose der AUA

Prognose wegen der politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten nach unten korrigiert.

von Andrea Hodoschek

Terrorängste, politische Unsicherheiten und die schwache Konjunktur veranlassen die AUA, ihre Gewinnprognose für 2016 nach unten zu korrigieren. Nach dem ersten Quartal hatte die Lufthansa-Tochter noch eine „deutliche Ergebnissteigerung“ prognostiziert, jetzt ist nur noch von einem Gewinn „über Vorjahr“ die Rede.

2015 flog die AUA ein „Adjusted Ebit“ von 52 Millionen Euro ein. Dieser Wert wird im gesamten Lufthansa-Konzern als neue Ergebniskennzahl verwendet und stellt das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und den Erlösen aus Flugzeugverkäufen dar.

Das erste Halbjahr verlief noch ganz gut. Das Adjusted Ebit konnte um 17 Millionen Verlust auf ein ausgeglichenes Ergebnis gesteigert werden. Der Airline kamen geringere Treibstoff- und Technikkosten sowie ein positiver Einmaleffekt aus dem Neu-Abschluss des Mietvertrages für das Headquarter mit dem Flughafen Wien zugute.
Der niedrige Kerosinpreis wurde zwar teilweise durch negative Hedgingbeiträge (Absicherungskosten gegen Preisschwankungen) wieder egalisiert, doch in Summe spart sich die AUA einen zweistelligen Millionenbetrag.

Treibstoffzuschläge bleiben aufrecht

Die Treibstoffzuschläge auf die Ticketpreise werden weiterhin eingehoben, sie heißen jetzt halt nur „International Surcharge“.

Der Charterverkehr wird heuer um 15 bis 20 Prozent einbrechen, schätzt AUA-Finanzvorstand Heinz Lachinger. Besonders betroffen sind die touristischen Türkei-Destinationen Antalya und Dalaman. Istanbul und Ankara werden schon länger nicht mehr angeflogen. Hohe Rückgänge gibt es auch nach Ägypten und Tunesien. Dafür wurden die Rotationen nach Italien und Spanien kräftig aufgestockt.

Die Anfang Sommer angekündigte Streichung von 300 Flügen dürfte aus heutiger Sicht nicht ausgeweitet werden, hofft Lachinger. Wie berichtet dünnt die AUA im Juli und im August wegen des eklatanten Engpasses an Piloten das Osteuropa-Streckennetz aus. Darunter hat auch die Pünktlichkeit gelitten. „Ziel ist, wieder einen Zuverlässigkeitsgrad von über 99 Prozent zu erreichen“, sagt Lachinger.

Piloten-Schulungen bis Ende 2017

Fast die Hälfte der 1000 AUA-Piloten wird derzeit umgeschult, die uralte Fokker-Flotte wird durch 17 Embraer-Jets ersetzt. Die Trainings, die pro Pilote drei bis sechs Monate dauern, sind erst Ende 2017 abgeschlossen. Heuer und nächstes Jahr werden noch weitere 140 Piloten neu aufgenommen. Die allerdings erst langwierig eingeschult werden müssen.

Auf der Langstrecke spürt die AUA inzwischen auf den Nordatlantik-Routen mehr Wettbewerb. Noch aber „verdienen wir dort gutes Geld“, kalmiert Lachinger. Jeder sechste Langstrecken-Passagier bucht Nordamerika-Destinationen, die in Summe 40 Prozent der Erlöse bringen. Der Gesamtumsatz stieg im ersten Halbjahr um zwei Prozent auf 972 Millionen Euro, insgesamt wurden 5,09 Millionen Passagiere (plus zwei Prozent) befördert.

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