© dpa/Frank Rumpenhorst

Wirtschaft
06/26/2012

Gewerbe und Handwerk in Nichtraunzer-Zone

Scheinbar unbeeindruckt von der Krisenstimmung in der Finanzwelt melden die 122.000 Gewerbe- und Handwerkbetriebe eine stabile Auftragslage.

von Anita Staudacher

Gute Auftragslage: Wie aus der aktuellen Konjunkturerhebung der KMU Forschung Austria hervorgeht, sind 82 Prozent der befragten Betriebe im Bereich Gewerbe und Handwer mit der aktuellen Auftragslage zufrieden. "Vor allem im konsumnahen Bereich, etwa bei den Bäckern, Konditoren, Fleischern oder Friseuren gab es gegenüber dem ersten Quartal sogar deutliche Umsatzsteigerungen", erläutert Walter Bornett, Direktor der KMU Forschung. Etwas schwächer entwickelten sich die Geschäfte für das Bau- und Baunebengewerbe.

Im Vergleich zum Vorquartal verbessert hat sich die Stimmungslage. Jeder fünfte Betrieb rechnet in den nächsten Monaten mit steigenden Umsätzen und will daher auch den Beschäftigtenstand aufstocken. "Wir erwarten in Summe einen Mehrbedarf von 3,4 Prozent oder 20.000 Beschäftigten", rechnet Bornett vor. Mit rund 630.000 Arbeitnehmern, darunter 56.000 Lehrlinge, ist die Sparte Gewerbe und Handwerk der mit Abstand größte Arbeitgeber in Österreich und bildet auch die meisten Lehrlinge aus.

Offene Lehrstellen

Sorgen bereitet den Klein- und Mittelbetrieben die immer schwierigere Suche nach geeignetem Nachwuchs. "Der Wettbewerb mit den Schulen um die 15-Jährigen wird stärker", schildert Konrad Steindl, Bundesobmann der Sparte Gewerbe und Handwerk in der Wirtschaftskammer. "In Salzburg haben wir fast 1000 offene Lehrstellen, aber zu wenige Jugendliche, die sich dafür interessieren, in Wien ist die Situation umgekehrt." Steindl fordert, dass in Schulen schon viel früher und breiter über die Vielfalt der Lehrberufe informiert und ein praktischer Einblick in die Berufswelt gewährt wird. Die letzte Schulwoche könnte dafür genutzt werden.

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