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Wirtschaft
11/28/2019

Gehälter in Österreich steigen 2020 um 2,8 Prozent - Studie

Nach Abzug der Inflation bleiben aber nur 0,9 Prozent. Gehaltsplus von nominell 2,5 Prozent in Westeuropa und fünf Prozent in Osteuropa.

Die Gehälter der Österreicher werden im kommenden Jahr voraussichtlich um durchschnittlich 2,8 Prozent steigen und damit um 0,9 Prozentpunkte über der für 2020 prognostizierten Inflationsrate von 1,9 Prozent liegen. Das ergab die aktuelle internationale Gehaltsstudie des Beratungsunternehmens Mercer, die am Donnerstag veröffentlicht wurde.

Im Vergleich dazu wird die nominelle Gehaltssteigerung in Westeuropa gegenüber heuer im Schnitt 2,5 Prozent betragen, in Osteuropa fällt sie mit 5 Prozent doppelt so stark aus. Allerdings macht dort die Inflation den Vorsprung fast wett. Real im Börsel bleiben in Westeuropa im Schnitt 1,1 Prozent und in Osteuropa dann auch nur 1,2 Prozent. In Russland etwa werden aus nominell 7 Prozent real 3,5 Prozent, in Polen frisst die Inflation sogar die gesamte Erhöhung von nominell 3,5 Prozent weg. In der Türkei wiederum bleiben von der nominellen Steigerung um 16 Prozent real nur um 3,4 Prozent mehr übrig als heuer.

Österreich liegt mit einem realen Gehaltsplus von 0,9 Prozent unter dem europäischen Durchschnitt. Die Italiener dürfen beispielsweise mit 1,5 Prozent mehr Geld rechnen, die Spanier und Schweizer mit 1,4 Prozent, die Deutschen mit 1,3 Prozent, die Franzosen mit 1,2 Prozent und die Briten und Niederländer mit 1,1 Prozent.

Größtes Plus in Energiewirtschaft

Mit den kräftigsten Gehaltssteigerungen ist in Österreich laut Studie in der Energiewirtschaft zu rechnen - mit einem nominellen Plus von durchschnittlich 3 Prozent. Dahinter folgen die Branchen Hightech, Life Sciences und Konsumgüter mit jeweils 2,8 Prozent. Man müsse aber beachten, dass es durchaus Mitarbeitergruppen gebe, in denen aufgrund der geringen Verfügbarkeit von Spezialisten - Stichwort Fachkräftemangel - "deutlich höhere Gehaltserhöhungen festzustellen sind", betont Mercer-Vergütungsexperte Thomas Gruhle. Das gelte beispielsweise für die Bereiche Engineering & Science, Finance, Sales & Marketing sowie im Technologiesektor. Dort seien "Mitarbeiter besonders schwierig zu rekrutieren und an die Organisation zu binden".

Generell seien die heimischen Unternehmen bei den Personalausgaben derzeit aber jedenfalls vorsichtiger. Denn "insgesamt wird die österreichische Wirtschaft durch den mäßigen globalen Aufschwung und internationale Handelskonflikte gedämpft", so Gruhle.

88 Prozent der österreichischen Unternehmen planen Gehaltssteigerungen je nach individueller Leistung der Mitarbeiter, 52 Prozent machen diese von der Performance der Organisation insgesamt abhängig und nur 18 Prozent berücksichtigen dabei die Dauer der Unternehmenszugehörigkeit.

Im Zeitraum 2012 bis 2019 kletterten die Gehälter hierzulande nominell um 20 Prozent, real waren es dann 7 Prozent. In Deutschland und den USA lag das nominale Wachstum mit 24 bzw. 26 Prozent darüber. Der Gehaltszuwachs war aber immer noch deutlich geringer als etwa in China: Dort gab es einen nominellen Anstieg von nominell 73 Prozent und real immer noch 45 Prozent.


 

2020 werden die Gehälter in Asien - bei einer durchschnittlichen Inflationsrate von 3,5 Prozent - real um 2,6 Prozent steigen. In Südamerika wird das reale Plus nur 0,9 Prozent erreichen. Um 1 Prozent weniger übrig bleibt den Arbeitnehmern in der Region Naher Osten und Afrika. In einigen Ländern dort - etwa in Angola Kongo, Äthiopien, Nigeria, Yemen und Zimbabwe - war die Inflation in den vergangenen drei Jahren höher als der nominelle Gehaltsanstieg.

Basis der vorliegenden Studie ist den Angaben zufolge die globale Vergütungsdatenbank des Consultingunternehmens Mercer, in der Daten von 15 Millionen Stelleninhabern aus mehr als 25.000 Organisationen gespeichert sind. Bei der Auswertung sind die Daten jener Unternehmen erfasst, die Gehaltssteigerungen planen.

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