Robert Wieser, Obmann der Geflügelwirtschaft, Kirnberg an der Mank

© Jürgen Zahrl

Putenfleisch
03/30/2013

Geflügelbetriebe fürchten Massensterben

Heimische Hersteller fordern fairen Wettbewerb mit der ausländischen Konkurrenz.

von Jürgen Zahrl

Die Marktsituation ist für uns prekär. So groß waren meine Sorgen noch nie.“ Robert Wieser, Putenzüchter aus Kirnberg an der Mank, NÖ, und Obmann der Geflügelmast-Genossenschaft Österreich (GGÖ), bangt um die heimische Produktion. Obwohl der Konsum von Putenfleisch seit Jahren steigt, verlieren die österreichischen Hersteller ständig Marktanteile. Schon mehr als die Hälfte des Bedarfs deckt die Billigkonkurrenz aus dem europäischen Ausland ab.

„Wir können mit denen nicht mithalten, weil wir strengere Auflagen erfüllen müssen“, erklärt Bundesobmann Wieser, der unter seinen 600 Mitgliedsbetrieben eine große Zahl hat, die vor der Schließung steht. Während für ausländische Hersteller niedrigere Produktionsstandards gelten, würden heimische Geflügelbetriebe zur teuren Herstellung gezwungen. „Unser Tierschutzgesetz ist europaweit das strengste, was Wettbewerbsnachteile bringt. Gleichzeitig sind unsere Futterkosten höher, weil wir gentechnikfrei züchten“, erklärt Wieser.

„Dass die Tiere im Ausland mit Genfutter gemästet werden und in den Ställen weit weniger Platz haben, ist für die Konsumenten nicht ersichtlich“, weiß auch Dietmar Hipp, Geflügelzüchter aus Zwettl im Waldviertel. Daher fordern die Bauern etwa eine bessere Kennzeichnungspflicht, damit der Konsument zwischen der ausländischen Ware und dem heimischen Produkt unterscheiden kann. Für Importeure müssten auch die gleichen Qualitätsstandards wie für die heimischen Hersteller gelten.

Aus dem Gesundheitsministerium heißt es dazu: „Bereits ab 2014 wird die Kennzeichnung von Frischfleisch ausgedehnt. So soll die Herkunft klar erkennbar sein“, sagt Sprecher Fabian Fußeis. Auf das strenge Bundestierschutzgesetz sei man stolz.

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