Wirtschaft 05.12.2011

Gefährliches Spielzeug: Strengere Gesetze

Brennbar, krebserregend oder verschluckbar: Brüssel hat sich zum Ziel gesetzt, die Kinderzimmer sicherer zu machen. Doch spielen die Hersteller mit?

Schluss mit krebserregenden Teddys, brennbaren Puppen und Autos mit vielen kleinen Teilen, an denen Kinder ersticken können: Von diesem Mittwoch an müssen alle in der EU verkauften Spielsachen den strengeren Vorgaben aus Brüssel entsprechen. EU-Industriekommissar Antonio Tajani hat die Regierungen daher zu strengeren Kontrollen von Kinderspielzeug aufgefordert.

"Notfalls vernichten"

Zuhause bitte nicht ausprobieren: Ab welcher Temperatur brennt eigentlich ein Stoffhund?
© Bild: AP

Dazu gehörten neben regelmäßigen Kontrollen von inländischen Spielzeugherstellern auch solche an den Grenzen, falls die Ware aus China oder anderen Drittstaaten stammt. "Notfalls muss auch Spielzeug, das den neuen Sicherheitsanforderungen der EU nicht entspricht, unverzüglich vernichtet werden", sagte Tajani. Die neuen Vorschriften erfüllten weltweit die höchsten Sicherheitsstandards. "Es geht hier um die Gesundheit der jungen Menschen, da darf es keine Kompromisse aus falschen wirtschaftlichen Überlegungen geben".

Reaktion auf Skandale: Was sich ändert

Die EU hat damit aus den Skandalen der vergangenen Jahre um gefährliches Spielzeug aus China gelernt und die mehr als 20 Jahre alten Regeln erneuert. Die 2009 von den EU-Ländern verabschiedete Richtlinie ist für alle neuen Spielsachen verbindlich - sowohl für Spielzeug, das in der EU hergestellt wird, als auch für importierte Waren. Die Zahl der Unfälle müsse sinken, langfristige gesundheitliche Schäden müssten ausgeräumt werden.

Lücke: Keine Pflicht für Hersteller

Zuhause bitte nicht ausprobieren: Ab welcher Temperatur brennt eigentlich ein Stoffhund?
© Bild: AP

Die neuen Gesetze bringen mehr Verantwortung für Hersteller, Importeure und Vertreiber. Jedes Spielzeug muss ein CE-Siegel tragen, also eine Erklärung des Herstellers, dass alle Sicherheitsregeln eingehalten worden sind. Dabei geht es zum Beispiel um Gefahren wie Entflammbarkeit, aber auch um die chemische und physikalische Zusammensetzung des Spielzeugs.

Importeure müssen prüfen, ob die nötigen Sicherheits-Checks gemacht worden sind und dürfen stichprobenartig Ware testen. Doch es hagelt auch Kritik, darüber, dass die Bestimmungen nicht weit genug gingen. So werden etwa die Hersteller nicht gezwungen, Sicherheitstests von unabhängigen Stellen durchführen zu lassen.

Diskussion

Haben Sie schon schlechte Erfahrungen mit Spielwaren in punkto Qualität gemacht? Sind Ihnen Firmen bekannt, die bei der Herstellung ihrer Produkte freiwillig auf höchste Standards achten? Dann posten Sie uns auf KURIER.at!

Weitere Infos zu diesem Thema findet Sie u.a. auf der RAPEX-Website (Schnellwarnsystem der EU für alle gefährlichen Konsumgüter). Die aktuellen Reports sind auf Englisch.

( APA ) Erstellt am 05.12.2011