XXXLutz profitierte von der Kika/Leiner-Krise

© APA - Austria Presse Agentur

Wirtschaft
11/26/2020

Fusion von XXXLutz mit Tessner: Erste Hürde genommen

Österreicher kommen beim Expansionskurs in Deutschland voran.

Der österreichische Möbelkonzern XXXLutz ist auf dem Weg zum größten Möbelhändler in Deutschland einen Schritt vorangekommen. Das deutsche Bundeskartellamt hat die Fusion mit der Tessner-Gruppe (Roller, Tejo"s, Schulenburg) unter Auflagen freigegeben. XXXLutz braucht aber noch die Genehmigung der EU-Kommission, bevor der Zusammenschluss vollzogen werden darf, wie das Kartellamt am Donnerstag mitteilte.

Die XXXLutz-Gruppe betreibt unter mehreren Markennamen (XXXLutz, Zurbrüggen, Poco) über 200 Filialen in Deutschland, die Tessner-Gruppe ist an 178 Standorten vertreten. XXXLutz ist die Nummer zwei unter den Möbelhändlern in Deutschland, die Tessner-Gruppe die Nummer 4. Gemeinsam setzen sie mehr als 5 Mrd. Euro um. Mit der Fusion würden sie laut Kartellamt den Marktführer Ikea überholen.

Das deutsche Bundeskartellamt hatte die Auswirkungen der Fusion auf die Verbraucher geprüft. Brüssel untersucht die Folgen für die Möbelhersteller. Dieses Verfahren ist noch nicht abgeschlossen.

Die Bonner Behörde sieht auf 23 regionalen Märkten den Wettbewerb wegen des Zusammenschlusses gefährdet. "Vor allem im Möbel-Discountbereich hätten die Kunden dort künftig keine hinreichende Auswahl mehr zwischen verschiedenen Händlern", sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt laut Mitteilung. Deshalb müssten 22 Tessner-Standorte und eine XXXLutz-Filiale an Wettbewerber abgegeben werden.

Der österreichische Möbelkonzern ist in der vergangenen Jahren stark expandiert. Nach eigenen Angaben betreibt die Gruppe über 320 Einrichtungshäuser in 13 europäischen Ländern und beschäftigt mehr als 25 700 Mitarbeiter. In Deutschland sind allein in den 48 XXXLutz-Einrichtungshäusern und 43 Mömax-Trend-Mitnahmemärkten mehr als 11.000 Mitarbeiter beschäftigt.

XXXLutz will über seien Tochter Mann Mobilia 50 Prozent der Tessner-Gruppe übernehmen. Die anderen 50 Prozent sollen bei Unternehmensgründer Hans-Joachim Tessner bleiben.

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