Frozen Power: Salzburger Protein-Eisriegel erobern Europa

In Großbritannien arbeitet das Start-up mit Myprotein zusammen. Als nächster Schritt soll die Expansion nach Polen folgen.
Bunte Eisverpackungen der Marke "Frozen Power" liegen in einem Versandkarton.

Der Hype rund um proteinreiche Lebensmittel hält an. Unternehmen wie Frozen Power profitieren massiv vom Trend. Das heimische Start-up stellt Protein-Eisriegel her und verkauft diese mittlerweile in acht Märkten, etwa in Deutschland, Belgien und den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Vor wenigen Monaten gab das Unternehmen die Zusammenarbeit mit Myprotein bekannt. Das britische Unternehmen gehört zu den Weltmarktführern im Bereich Sportnahrung. Im Jänner kam der erste gemeinsam entwickelte Riegel in die englischen Supermärkte. Durch den Start nach dem Jahreswechsel erhoffte man sich eine große Nachfrage aufgrund von Neujahrsvorsätzen. „Es war ein Riesenerfolg“, sagt Geschäftsführer Constantin Haas dem KURIER.

"Eis ist ein saisonales Lebensmittel"

Im Juni soll nun die nächste Expansion folgen –  nach Polen. Hier erwartet Haas noch mehr Andrang. „Immerhin ist Eis ein klassisches saisonales Lebensmittel.“ Auch wenn man sich durch die „nährwertbezogene Funktionalität“ der Produkte mittlerweile ein Ganzjahresgeschäft aufgebaut habe.

Ein Mann steht lächelnd auf einer Terrasse mit Häusern im Hintergrund.

Frozen-Power-Geschäftsführer Constantin Haas

Die Anfänge des Unternehmens gehen auf das Jahr 2016 zurück, als der Lebensmitteltechniker und ehemalige olympische Bobfahrer Kenan Engerini die Idee hatte, Protein-Eis herzustellen. Mittlerweile wurde die Produktion des gefrorenen Snacks „industrialisiert“, erzählt Haas, dessen Familie das Unternehmen 2019 übernahm. 

Heute werden die Proteinriegel, die neben Eis eine Keksteigschicht enthalten und mit Fettglasur umhüllt sind, in Mittgröming/Salzburg beim Eisbecherproduzenten Eiswerk hergestellt.  Die Riegel erhalten keinen Zuckerzusatz, stattdessen kommen Süßungsmittel zum Einsatz. Diese stehen immer wieder wegen möglicher negativer Auswirkungen auf die Gesundheit in der Kritik. Haas verweist auf die natürliche Herkunft der Süßstoffe in seinen Produkten. Diese werden primär mit Birkenzucker (Xylit) und Erythrit gesüßt.

Hohe Produktionskosten am österreichischen Standort

Preislich liegen die Riegel im „Premium-Segment“. Eine Packung mit drei Riegeln kostet etwa sechs Euro. Trotz höherer Produktionskosten als in anderen Ländern plant das Unternehmen auch in Zukunft in Österreich zu produzieren. Im Inland verkauft Frozen Power die Produkte großteils über den Lebensmitteleinzelhandel. Die Riegel und andere Produkte – etwa Energie-Kugeln aus Eis und Datteln – sind bei Spar und Rewe (Billa, Billa Plus) gelistet. Auch mit dem Online-Händler Gurkerl arbeitet Frozen Power zusammen.

Parallel betreibt das Unternehmen einen eigenen Onlineshop, wo im vergangenen Jahr in Österreich und Deutschland rund 100.000 Riegel verkauft wurden. Für die Logistik arbeitet Frozen Power mit einem deutschen Partner zusammen, der die gefrorenen Riegel aus dem Tiefkühllager in Boxen mit Trockeneis innerhalb von 24 Stunden zustellt.

Neben dem Kernprodukt versucht der Proteinriegel Frozen Power auch auf neue Trends rasch zu reagieren. Diese würden „sehr schnell kommen, vor allem über Social Media“. Um sie frühzeitig zu erkennen, helfe oft ein Blick in die USA. „Die sind meistens etwas früher dran als die europäischen Märkte."

Nachfrage nach proteinreichen Lebensmitteln könnte weiter steigen

Insgesamt würden die Konsumenten immer stärker von industriell verarbeiteten Lebensmitteln auch einen gesundheitlichen Nutzen erwarten. Aktuell gebe es etwa einen Hype rund um Kollagen, einem Strukturprotein, das für eine straffe Haut sorgen soll. Frozen Power bietet es etwa in Form von Smoothie-Mischungen an.

Dass der Proteintrend bald enden könnte, glaubt Haas nicht. „Ich glaube, dass die Nachfrage eher steigen wird und auch ältere Zielgruppen relevanter werden“, prognostiziert er. Für sein Unternehmen hat er ambitionierte Wachstumsziele. So will er heuer nicht nur die Profitabilität erreichen, sondern auch die Zahl der produzierten Riegel zum Vorjahr verdreifachen.

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