Wirtschaft
31.07.2017

Frankreich lockt Firmen mit Steuersenkungen

Wirtschaftsminister Bruno Le Maire verspricht in Wien Arbeitsmarktreform und Steuersenkung noch in diesem Jahr.

Der französische Finanz- und Wirtschaftsminister Bruno Le Maire winkt mit Steuersenkungen und Arbeitsmarktreform, um mehr Firmen aus dem Ausland anzulocken. "Die Dinge in Frankreich verändern sich gerade. Wir tun alles, damit das Land attraktiver für Firmen wird", sagte Le Maire in einem Hintergrundgespräch in Wien.

Die im Wahlkampf von Präsident Emmanuel Macron angekündigten Reformen sollen so rasch wie möglich umgesetzt werden. Schon bis Ende September will Le Maire die umstrittene Arbeitsmarktreform unter Dach und Fach haben. Untern anderem geht es darum, mehr Rechte auf Betriebsebene zu verlagern. So sollen Arbeitszeit und Arbeitsbedingungen verstärkt innerbetrieblich gelöst werden können. "Wir geben den Firmen mehr Flexibilität, damit sie mehr Jobs schaffen", erläutert Le Maire. Die Gewerkschaften fürchten um ihren Einfluss, scheinen aber zu Zugeständnissen bereit.

KÖSt-Senkung

Höchste Priorität hat für den Minister die Senkung der Unternehmenssteuern. So soll etwa die Körperschaftssteuer (KÖSt) bis 2022 von derzeit 33,3 auf 25 Prozent sinken. Die Senkung der Steuerlast für Unternehmen soll noch heuer angegangen werden, sagt Le Maire. Insgesamt will die neue Regierung die Steuerlast in den kommenden fünf Jahren um 20 Mrd. Euro bzw. ein Prozent des BIP senken. Finanziert werden soll die Steuerreform durch Einsparungen bei den öffentlichen Ausgaben. Allein heuer müssten alle Ministerien den Gürtel enger schnallen und 4,5 Mrd. Euro an Einsparungen zustande bringen, erläutert Le Maire. Mit dem Sparkurs soll auch die europäische Defizitgrenze von drei Prozent nicht überschritten werden.

Konjunktur zieht an

In der nach Deutschland zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone läuft es konjunkturell wieder besser. Die Wachstumsprognose für das laufende Jahr wurde kürzlich von 1,4 auf 1,6 Prozent angehoben.

Für Österreich ist Frankreich der drittwichtigste Handelspartner in der EU und liegt weltweit auf Rang 5. Die Exporte beliefen sich im Vorjahr auf rund 6 Mrd. Euro. Von den 320 in Frankreich tätigen Austro-Firmen haben 190 eigenen Niederlassungen mit in Summe 8000 Mitarbeitern.