"Zielgerade": Fortschritte im EU‑Australien-Handelspakt
Zusammenfassung
- Australien und die EU nähern sich nach gescheiterten Verhandlungen 2023 wieder bei Handelsgesprächen an.
- Streitpunkte bleiben Marktzugang für Agrarprodukte und Exportquoten für australisches Fleisch sowie EU-Forderungen nach Rohstoffzugang und niedrigeren Zöllen.
- Beide Seiten zeigen sich optimistisch, eine Einigung zu erzielen; ein Abschluss des Abkommens könnte zeitnah erfolgen.
Der australische Handelsminister Don Farrell hat sich nach eigenen Angaben zuversichtlich über den Fortschritt der Handelsgespräche mit der Europäischen Union gezeigt. Er habe in der Nacht ein produktives Telefonat mit EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič geführt, teilte Farrell am Dienstag mit.
"Ich bin zuversichtlich, dass wir eine Einigung erzielen können", erklärte der Minister. Er freue sich auf die weitere Zusammenarbeit, um ein Abkommen im nationalen Interesse Australiens zu erreichen.
Verhandlungen auf der "Zielgeraden"
Die Verhandlungen zwischen Australien und der EU waren 2023 gescheitert, hauptsächlich wegen Unstimmigkeiten beim Marktzugang für Agrarprodukte. Australien will höhere Exportquoten für Lamm- und Rindfleisch nach Europa durchsetzen. Die EU fordert im Gegenzug besseren Zugang zu australischen Rohstoffen und niedrigere Zölle auf Industriegüter.
EU-Handelskommissar Šefčovič hatte sich bereits am Sonntag optimistisch geäußert: Die Gespräche bewegten sich in die richtige Richtung. Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete unter Berufung auf Insider, EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen habe den europäischen Staats- und Regierungschefs mitgeteilt, die Verhandlungen befänden sich auf der "Zielgeraden". Sie könnte dem Bericht zufolge bereits am Wochenende nach Australien reisen, um das Abkommen zu unterzeichnen.
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