Symbolbild.

© dpa-Zentralbild/Patrick Pleul

Wirtschaft
07/12/2022

Fliegen wird teurer und an Absagen müssen wir uns wohl gewöhnen

Dennoch dürfte die Nachfrage, in ein Flugzeug zu steigen, hoch bleiben.

Fliegen wird heuer wohl deutlich teurer. Zugleich müssen sich die Passagiere weiter auf Flugabsagen einstellen. Denn das Personal wird knapp bleiben.

Europas Luftfahrt hat im Vergleich zur internationalen Konkurrenz hohe Personalkosten und wenig Anreiz, zusätzliches Personal einzustellen. Die Fluglinien müssen sich trotz höherer Einnahmen auf das dritte Jahr in Folge mit Verlusten einstellen, heißt es in einer Analyse der Allianz Trade und des Kreditversicherers Acredia.

Preis-Höhepunkt nächstes Jahr

Bis Jahresende 2022 dürften die Preise für Flugtickets wohl um ein Fünftel höher sein als ein Jahr davor und der Höhepunkt bei den Preisen dürfte erst im ersten Quartal 2023 erreicht werden. Die Nachfrage dürfte dennoch hoch bleiben. Viele Reisende würden beim Quartier oder der Dauer des Aufenthaltes sparen, um sich den teureren Transport leisten zu können.

Aus Sicht der Analyse bringt die von der EU geforderte Umstellung auf CO2-armen Transport noch größere Herausforderungen als die Coronakrise. Die Bahn habe als Konkurrenz in der Pandemie Marktanteile gewonnen. Dem Schienentransport helfe einerseits, dass praktisch alle Gesellschaften staatlich sind und sich daher günstiger finanzieren können und andererseits, dass ein steigendes Umweltbewusstsein mehr Menschen motiviert, per Bahn zu reisen. Dagegen müssten die Fluglinien massiv in neue Flugzeuge oder CO2-freien Treibstoff investieren - dazu fehlen ihnen aber derzeit die Mittel.

Die Umweltanforderungen der EU bedrohen die Gewinnmargen der Fluglinien, heißt es in der Analyse. Die Anforderung, bis 2035 20 Prozent erneuerbare Treibstoffe (SAF) beizumischen, werde den Preis für Flugbenzin um 30 Prozent erhöhen. Das für 2045 vorgegebene Ziel von 38 Prozent SAF-Beimischung würde die Kosten um 57 Prozent erhöhen. Dabei wenden jetzt schon die Fluglinien für Treibstoff 25 bis 30 Prozent der Einnahmen auf. Um diese Kosten unter Kontrolle zu halten, müsse die öffentliche Hand für günstigeren und gut verfügbaren grünen Flugtreibstoff sorgen.

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