Gastronomie während der COVID-19-Pandemie

© Kurier / Jeff Mangione

Wirtschaft
09/20/2020

Flaute am Arbeitsmarkt: Große regionale Unterschiede

Manpower-Umfrage: Arbeitgeber bleiben bei Personaleinstellungen sehr zurückhaltend.

von Thomas Pressberger

Geht es nach Österreichs Arbeitgebern, wird sich der heimische Arbeitsmarkt von den Folgen der Corona-Pandemie nicht so schnell erholen. Laut einer aktuellen Umfrage des Personaldienstleisters Manpower rechnen Arbeitgeber im kommenden Quartal mit einem vorsichtigen Einstellungsklima.

Die Einstellungspläne sind im Vergleich zum dritten Quartal 2020 zwar um zwei Prozentpunkte stärker, aber im Jahresvergleich um acht Prozentpunkte schwächer. Für die Umfrage wurden 405 österreichische Arbeitgeber befragt. Neun Prozent der Arbeitgeber erwarten eine Erhöhung der Beschäftigtenzahlen, 14 Prozent einen Rückgang und 77 Prozent keine Veränderung.

Mehr Langzeitarbeitslose

Christoph Trauttenberg, Geschäftsführer der Manpower-Group-Österreich, beobachtet zwar „eine langsame Erholung der Wirtschaft nach dem Lockdown aufgrund der COVID-19 Pandemie, die sich in der positiven Entwicklung des Arbeitsmarktes widerspiegelt“, trotzdem stünden die Unternehmen bei Einstellungsentscheidungen für das vierte Quartal auf der Bremse. Was viele Arbeitsmarktexperten befürchten, könnte angesichts dieser Einstellungserwartungen wahr werden: Eine Verfestigung der Langzeitarbeitslosigkeit. „Es ist ein Hinweis darauf, dass es dazu kommen könnte“, sagt Trauttenberg.

Kurzarbeit: Wie geht's weiter?

Viele Unternehmen hätten Kurzarbeit immer wieder verlängert. Es sei die Frage, ob damit das Problem nur zurückgeschoben worden sei. Unternehmen, die nun bemerken, dass die Konjunktur in ihrem Bereich nicht anziehe, müssten jetzt reagieren und Mitarbeiter abbauen.

Verfestigung

Die Entwicklung in den einzelnen Branchen ist durchaus unterschiedlich. Am stärksten von der Corona-Pandemie betroffen sind die Arbeitgeber im Finanz- und Unternehmensdienstleistungssektor. Sie prognostizieren einen Rückgang der Beschäftigtenzahlen um acht Prozent. Arbeitgeber im Groß- und Einzelhandel melden den gleichen Wert, was übrigens der schwächste für diese Branche seit elf Jahren ist.

Zu den Branchen, bei denen es noch am besten läuft, zählt das verarbeitende Gewerbe, in dem ein Anstieg bei den Beschäftigungen um vier Prozent erwartet wird sowie der Sektor Sonstige Produktion, der mit einem Plus von fünf Prozent sogar noch etwas stärker abschneidet.

Die Entwicklung in den Bundesländern ist ähnlich unterschiedlich wie in den Branchen (siehe Grafik). Arbeitgeber in Oberösterreich rechnen mit dem stärksten Einstellungstempo im vierten Quartal 2020 und melden einen Ausblick von plus elf Prozent. Das liegt unter anderem an der breit aufgestellten und kräftigen Wirtschaft in Oberösterreich.

Die schwächste Prognose von minus zehn Prozent wird in Tirol gemeldet. Das, so Trauttenberg, liegt vor allem an der großen Bedeutung des Tourismus für dieses Bundesland. Hier besteht große Unsicherheit. Wenn man sich die aktuelle Situation anschaue, werde heuer nicht viel möglich sein, meint der Manpower-Österreich-Chef.

Wenig überraschend werden die schwächsten Einstellungsabsichten in kleinen Betrieben erwartet, aber auch großen Unternehmen gehen von begrenzten Beschäftigungszuwächsen aus.

Österreich schwach

Im internationalen Vergleich steht Österreich mit diesen Zahlen nicht gut da. Manpower hat Arbeitgeber in 43 Ländern befragt. In 22 Ländern erwarten diese, dass die Beschäftigtenzahlen in den nächsten drei Monaten steigen werden, während nur in 16 Ländern ein Rückgang erwartet wird. In den restlichen fünf wird keine Veränderung erwartet.

Im Vergleich zum gleichen Zeitraum im Jahr 2019 hat sich die Einstellungsstimmung in 41 Ländern abgeschwächt, in einem verbessert und ist in einem unverändert geblieben

Die stärksten Einstellungsabsichten werden in Taiwan, den Vereinigten Staaten, der Türkei, Japan, Griechenland und Polen gemeldet. Die schwächsten Einstellungsaussichten gibt es in Panama, Costa Rica, Südafrika, Kolumbien und Großbritannien.

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