Wirtschaft
29.11.2018

Fiat Chrysler Konzern verschiebt geplanten Diesel-Ausstieg

Bei Kunden von kommerziellen Fahrzeugen sind Dieselmotoren nach wie vor gefragt.

Der italienisch-amerikanische Autobauer Fiat Chrysler (FCA) will später aus der Produktion von Diesel-Autos aussteigen. Das Management habe die geplante Frist für das Jahr 2021 verschoben, bestätigte der Chef der Gewerkschaft FIM CISL, Marco Bentivogli, am Donnerstag italienische Medienberichte.

Die Frist für das Jahr 2021-2022 sei „mit Blick auf den Markttrend ein bisschen aggressiv“ gewesen, zitierten italienische Agenturen FCA-Europachef Pietro Gorlier. „Diesel wird immer noch bei den Kunden kommerzieller Fahrzeuge nachgefragt.“

Nach einem Treffen mit den Gewerkschaften kündigte FCA zudem an, kräftig in Italien zu investieren. Um in den dort zu wenig ausgelasteten Werken künftig wieder mit voller Mannschaft produzieren zu können, will der Hersteller zwischen 2019 und 2021 in Italien mehr als fünf Milliarden Euro in die Hand nehmen.

Mehr Elektro- und Hybridautos

Diese sollen vorrangig in den Ausbau der Produktion von Elektro- und Hybridautos fließen, wie Fiat am Donnerstag im Anschluss an ein Treffen von Konzernchef Mike Manley mit den Gewerkschaften in Turin mitteilte.

Mit den Investitionen in Italien treibt der Konzern die Umsetzung des noch vom inzwischen verstorbenen früheren Fiat-Chefs Sergio Marchionne Anfang Juni präsentierten neuen Fünf-Jahres-Plans voran. In Italien sollen bis 2021 demnach 13 neue oder überarbeitete Modelle entstehen sowie neue Motoren gebaut werden. Der geplante batteriebetriebene Fiat 500 soll im Mirafiori-Werk am Stammsitz in Turin vom Band rollen. Mit dem Modell wird erstmals eine neue Fahrzeug-Plattform eingeführt, die künftig auch an anderen Standorten weltweit verwendet werden könnte.

Das Werk in Pomigliano bei Neapel ist den Angaben zufolge für den Bau eines kompakten Stadtgeländewagens (SUV) der Tochtermarke Alpha Romeo vorgesehen. Dort wird künftig auch eine Hybrid-Version des Fiat Panda hergestellt. Weitere Investitionen fließen ins Werk Melfi für den Jeep Compass sowie nach Termoli unter anderem für den Bau von Hybrid-Motoren.